PTZ vs. Gebietsabsicherung

    • PTZ vs. Gebietsabsicherung

      Guten Morgen liebes Forum,

      ich hätte mal (als nicht Rettungsdienstler) eine Verständnisfrage, bzw ob ich mit meiner Vermutung richtig liege.

      Ich hatte gestern einen ManV mit 14 Patienten (ILS Oberberg). In der AAO wurden, nebst Polizei und FW, u.a. 4 (eigene) RTW (+NEF etc) vorgeschlagen plus PTZ10 NRW.
      Der oberbergische Kreis ist ja nicht, wie so sicherlich manch andere Gebiete auch, gesegnet mit einem Überschuß an RTW's.
      Alarmiere ich für die anderen 10 Patienten dann 10 RTW aus der PTZ oder nutze ich erstmal die eigenen und "fülle" den Rest dann aus PTZ Mitteln auf ?
      Ich denke nicht, denn zur Gebietsabsicherung sollte ich doch meine kreiseigenen, sagen wir mal, unberührt lassen, oder ?

      Sorry, falls ich mich etwas unbeholfen ausdrücke ... 's ist noch früh :D
    • Da es ja „meine“ Leitstelle (iD 3131) betrifft, nehme ich mal dazu Stellung:

      Speziell im Oberbergischen sieht das MANV-Konzept vor, dass ab 11 Patienten ein PTZ 10 dazu alarmiert wird.
      Bis dahin werden die Patienten mit Fahrzeugen des Regelrettungsdienstes (auch aus direkten Nachbarkreisen) transportiert.
      Wenn notwendig, wird dann auch schon der Sonderbedarf HiOrg alarmiert, um die verwaisten Gebiete zu besetzen und/oder ebenfalls Transporthilfe beim MANV zu leisten.
      Da ja nun die kreiseigenen HiOrg bereits gebunden sind, ist es in meiner Leitstelle nicht möglich, den eigenen PTZ 10 zu alarmieren. Er muss also zwangsläufig aus den Nachbarkreisen kommen.

      Jetzt gibt es nur ein kleines Problem, und das ist die Behandlungszeit in der Sim. Die ist nämlich recht kurz. Dazu kommt die Vorlaufzeit der PTZ. Oft habe ich, auch bei größeren MANV, nahezu alle Patienten abtransportiert (Pendelverkehr mit eigenen Kräften), ehe der PTZ überhaupt die Kreisgrenze erreicht.
      Übrigens:
      PTZ werden immer komplett alarmiert und nicht einzelne Fahrzeuge daraus.

      Bei weiteren Fragen zur ILS Oberberg lege ich dir gerne das Wiki ans Herz. Den Link findest du in meiner Signatur.
      Ich stehe dir aber gerne auch per PN zur Verfügung.

      Gruß,

      SHudson
      Hab ich dir ein J geschickt, dass du einfach dazwischen quatschst? :D

      Hier Leitstelle Oberberg, kommen!
      Forum-Thread ILS Oberberg
      Wiki-Eintrag ILS Oberberg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SHudson ()

    • stsfanatic schrieb:

      Ich hatte gestern einen ManV mit 14 Patienten (ILS Oberberg). In der AAO wurden, nebst Polizei und FW, u.a. 4 (eigene) RTW (+NEF etc) vorgeschlagen plus PTZ10 NRW.Der oberbergische Kreis ist ja nicht, wie so sicherlich manch andere Gebiete auch, gesegnet mit einem Überschuß an RTW's.
      Alarmiere ich für die anderen 10 Patienten dann 10 RTW aus der PTZ oder nutze ich erstmal die eigenen und "fülle" den Rest dann aus PTZ Mitteln auf ?
      Ich denke nicht, denn zur Gebietsabsicherung sollte ich doch meine kreiseigenen, sagen wir mal, unberührt lassen, oder ?
      Wie Du hier schon in Erfahrung bringen konntest, hat das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) Begriffe und Einheitsgrößen für bestimmte Aufgaben einheitlich für das gesamte Bundesland vorgegeben, die bei einem Massenanfall von Verletzten/Patienten bzw. Großschadenslagen angewendet werden sollen. NRW ist hier beispielhaft vorangegangen, wie ich finde, was andere Bundesländer bisher noch nicht wirklich gelöst haben, teilweise bzw. ähnlich übernommen haben oder ggf. noch gar nicht einheitlich geregelt haben, so das die Landkreise immer noch alle ihre eigenen Süppchen kochen. Das bemerkt man auch in der Ausbildung von Führungskräften an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (kurz AKNZ) in Ahrweiler (Rheinland-Pfalz), die sich bei der rettungsdienstlichen Aus- und Fortbildung dort sehr oft an den Standards aus NRW orientieren. Ich bin daher auch schon einige Male im Rahmen der Führungs- und Stabsausbildung mit dem NRW-System in Kontakt gekommen und habe es schätzen gelernt, dass durch das Land einheitliche Begriffe und fest definierte Leistungsvorgaben für diese Einheiten vorgegeben wurden (auf deutsch: Was sie einheitlich leisten können müssen; auf fach-chinesisch: Die Einheiten haben alle einen einheitlichen taktischen Einsatzwert). Da diese Leistungsvorgaben einheitlich sind, weiß man immer was man bekommt, wenn man einen Patienten-Transport-Zug 10 (PTZ-10) oder andere Einheiten bestellt. Das ist in vielen anderen Bundesländern, wie meinem in Niedersachsen, leider noch nicht so. Jede Einheit hat hier andere Leistungsvermögen und man weiß daher nie genau was man eigentlich bekommt. Daher schaue ich immer mit einem neidischen Auge auf das System in NRW. So hat das System in NRW verschiedene Kurz-Begriffe für Hilfeleistung beim Massenanfall von Verletzten/Patienten (MANV). Aufgrund der Konstruktion des LstSim-Spieles sind nicht alle davon von Wichtigkeit, da alle MANV-Einsätze hier nie wirklich mehr als 30 Patienten haben (ich glaube 33 hatte ich mal). Die Kurz-Begriffe erkläre ich Dir gerne kurz und übersichtlich:

      1) Ü-MANV-S Steht für "Überörtliche Hilfe bei MANV - Sofortreaktion". Dieses bedeutet, dass Nachbarlandkreise auf Anforderung 1x NEF und 3x RTW (oder 2x RTW und 1x KTW) sofort aus ihrer regelhaften Vorhaltung des Rettungsdienstes entsenden (die entweder direkt den Schadesort anfahren, oder in Bereitstellungsräume geschickt werden). Das bedeutet, dass diese Einheiten innerhalb von 5 Minuten quasi auf dem Wege sind (ist halt abhängig davon, wie schnell die Anforderung die Nachbarkreise erreichen). Bedeutung im Spiel: Du forderst als Spieler bei den Nachbarlandkreises eine Ü-MANV-S Einheit ab (Du suchst Dir 1x NEF und 3x RTW raus und nimmst sie Dir). Du entscheidest wie viele Du brauchst, je nach Schadenslage und aufgrund erster Rückmeldungen vom Einsatzort. Dabei solltest Du nie mehr als eine Ü-MANV-S Einheit aus einem Landkreis nehmen. Aus jedem Landkreis um Dich herum eine Sofort-Einheit. Sonst machst Du die ja auch noch platt.

      2) Ü-MANV-T (oder auch PTZ-10 genannt) Steht für "Überörtliche Hilfe bei MANV - Transport", der in NRW "Patienten-Transport-Zug 10" genannt wird. Der Name sagt daher schon viel über die Art der Einheit und ihren taktischen Einsatzwert aus. Es handelt sich dabei um eine Einheit aus mehreren RTW und KTW, die insgesamt 10 Patienten unterschiedlichster Verletzungs-Schweregrade transportieren können muss. Sie besteht aus 2x Notärzten, 4x RTW und 4x KTW. Die zwei Notärzte fahren dabei auf zwei der vier RTW mit (die somit zum NAW werden). Geführt wird die Einheit mit einem Kommandowagen (KdoW) bzw. Einsatzleitwagen (ELW, meist Typ 1), besteht aus einem Einheitsführer und einem Führungsassistenten. Die Einheit besteht somit aus 24 Einsatzkräften (hat also Zugstärke). Zu beachtet gilt hier, dass diese Einheit eine Vorlaufzeit von bis zu 60 Minuten hat, bevor sie überhaupt erst los fährt (!), was Du natürlich bei Deiner Einsatzplanung beachten musst (sie wird halt aus dienstfreien und ehrenamtlichen Kräften gebildet). So kann es bis zu 120 Minuten (2 Stunden) dauern, bis diese bei Dir am Einsatzort eintreffen.Bedeutung im Spiel: Du forderst als Spieler aus den Nachbarlandkreisen eine (oder mehrere) dieser Ü-MANV-T (PTZ-10) Einheiten an. Wie das die Leitstellenersteller jeweils in ihren Leitstellen gelöst haben weiß ich natürlich nicht. Sollte im Wiki beschrieben sein, wie das genau funktioniert (und es eine gute Leitstelle in NRW ist).

      3) Ü-MANV-B (oder auch BHP-B 50 NRW genannt) Steht für "Überörtliche Hilfe bei MANV - Behandlungsplatz 50 Patienten". Auch hier sagt der Name schon einiges über den taktischen Einsatzwert dieser Einheit aus - was sie also leisten können muss. Vorstellen musst Du Dir das als eine Art Zeltstadt. Diese Einheit bringt Zelte, Material und Personal an die Einsatzstelle, die damit in der Lage sind 50 Patienten zu versorgen. Die Ausstattung muss aber so ausgelegt sein, dass der BHP-50 bis zu 8 Stunden arbeiten kann und insgesamt 100 Patienten versorgen kann (oder anders: er noch ein zweiten Durchlauf aushalten muss). Der Umfang des Aufwandes an Logistik und Führung dieser Einheit ist enorm. Daher kommen hier unglaublich viele Fahrzeuge und Einsatzkräfte zum Einsatz. Die Einheit besteht aus ingesamt 138 Mindestfunktionen. Das bedeutet, dass diese Einheit eine Größe eines taktischen Verbandes der Größe 1 hat (oder anders für Laien: Stell Dir vor es würden 21 große und mittlere Fahrzeuge aufschlagen und es springen knapp 150 Menschlein aus den Kisten und wollen von Dir beschäftigt werden). Kurz und knapp: Eine Art Feldlazarett zur Versorgung von 50 (bzw. 100) Patienten unterschiedlichster Verletzungs-Schweregrade. Bedeutung im Spiel: Keine, da diese Einheit in der Sim nicht darstellbar ist und die MANV-Einsätze in der Sim diese Einheit auch gar nicht erforderlich machen würde. Sie sind einfach zu klein - haben also zu wenige verletzte Personen. Also vergiss am besten schnell wieder was ich gerade so mühesam erklärt habe.

      4) BTP-B 500 NRW Steht für "Betreuungsplatz 500". Da bei jeder Großschadenlage auch mit Personen gerechnet werden muss, die nicht verletzt sind jedoch aber "betroffen" sind, müssen auch Kapazitäten zur Betreuung von betroffenen aber unverletzten Personen vorgehalten werden. Denkbar wäre z. B. eine größere Evakuierung nach einer Bombenräumung, der Böschungsbrand vor einigen Wochen wo ein ganzer Straßenzug in NRW in Flammen aufgegangen ist und ein größerer Teil der Einwohner plötzlich obdachlos geworden sind. Hier kommen diese Betreuungseinheiten zum Einsatz, bevor zu einem späteren Zeitpunkt die örtlichen Ordnungsbehörden (z. B. das Wohnungsamt einer Stadt/Gemeinde) Notunterkünfte bereitstellen kann. Denkbar ist das auch bei der Loveparade in Duisburg gewesen, die ja so vollkommen schief gegangen ist. Viele Personen waren betroffen, aber nicht unbedingt verletzt. Was kann diese Einheit? Sie muss dazu in der Lage sein 500 Personen und die eigenen Kräfte bis zu 24 Stunden lang ohne fremde Hilfe von außen zu betreuen, ihnen Unterkunft zu schaffen, zu verpflegen und Hygiene sicherzustellen. Die Einheit hat eine Stärke von 72 Einsatzkräften und ist somit auch als taktischer Verband der Größe 1 (Bereitschaft) einzuordnen. Also auch ganz viele Einsatzkräfte und ganz viele Fahrzeuge. Bedeutung im Spiel: Auch keine, da diese Einheit und die Größe der Einsätze im Spiel nicht darstellbar ist. Also war meine Erklärung auch wieder für die Katz.
      Für Dich als Spieler in der Sim bedeutet dieses beispielsweise dieses: Du hast einen größeren Einsatz und bekommst die Lagemeldung, dass Du 18 Patienten hast. Du hast für diesen Einsatz bereits 2x NEF und 6x RTW eingesetzt, könntest vielleicht noch 1x NEF und 2x RTW aus der eigenen Vorhaltung hintersenden, ohne Deine Leitstelle komplett leer zu machen. Denn Du als Disponent musst auch andere Einsätze weiterhin bedienen können. Der Schlaganfall von Oma Brömmelkamp nimmt keine Rücksicht darauf, nur weil am anderen Ende des Landkreises gerade ein Bus gegen den Baum gefahren ist. Daher musst Du neben Deiner Leitstelle den Alltag weiter bedienen können und musst ggf. Reserven bilden. Einschränken lässt sich in Teilen nur der Krankentransport. Daher werden bei einem MANV diese Ü-MANV-Einheiten auch gezielt aus den Nachbarkreisen (oder sogar noch weiter) angefordert. Deine örtlichen SEG/KatS-Einheiten im eigenen Landkreis kannst Du auch noch direkt dafür einsetzen (oder bildest Reserven an den Rettungswachen).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RFSW () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

    • Teil II

      Ein besonders großes Problem bzw. Versäumnis im Spiel ist jedoch, dass sich vieles, was selbst schon bei den bisherigen "kleinen" MANV-Einsätzen schon nötig wäre, nicht dargestellt werden kann. So kann die Funktion der Führung durch die beiden Einsatzabschnittsleiter des Rettungsdienstes, der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst nicht dargestellt werden, sowie das Leistungsvermögen der Krankenhäuser nicht real dargestellt werden. Es ist realistisch einfach nicht möglich, dass das kleine Dorfkrankenhaus in Pusemuckelhausen mal eben 30 Patienten aufnehmen kann, was in der Sim ggf. aber passiert. Alle Fahrzeuge fahren in der Sim in das nächste geeignete Krankenhaus. In der Realität würden diese Patienten jedoch nach ihren Bedürfnissen und dem Leistungsvermögen der Krankenhäuser im weiteren Umkreis in mehrere Krankenhäuser verteilt. Das kann die Sim leider nicht. Andere Fahrzeuge wie einen Gerätewagen Sanität einer SEG/KatS-Einheit kannst Du auch nicht darstellen. Wer pfiffig ist legt diese als First Responder an, die bei einem MANV an der Einsatzstelle die Patienten versorgen, bis diese von einem KTW oder RTW abgelöst werden. Das ist eine gute Lösung, die viele hier auch nutzen. 4-Trage-Krankentransportwagen des KatS oder Großraum-Rettungswagen (GRTW) können auch nicht dargestellt werden, weshalb man solche Fahrzeuge auch als normale KTW und RTW anlegen kann, um die notwendigen Reserven im Spiel zu haben um überhaupt dem Sim-MANV bewältigen zu können.

      Ein Massenanfall von Verletzten bzw. Patienten bedeutet für einen Leitstellenbereich immer eine besondere Situation, in der es (oft) regelhaft nicht möglich ist die Bedürfnisse aller Patienten gleichzeitg zu befriedigen. Sie sind daher Ausnahmesituationen die eine besondere Aufmerksamtkeit seitens der Leitstelle und ein besonderes Konzept zu Bewältigung dieser Einsatzlagen benötigen. Größere Leitstellen mit vielen RTW, NEF und KTW haben es im ersten Blick einfacher wie kleine Leitstellen mit wenig Fahrzeugen. Jedoch haben die größeren Lst diese nicht ohne Grund. Die haben halt auch mehr Einsätze. Ziel eines jeden MANV-Konzeptes ist es, die Ausnahmesituation wieder zu normalisieren, in dem man versucht schnellstmöglich von einer "Katastrophenmedizin", wo man mittels einer "Sichtung" der Patienten diese raus sucht, die am dringensten Hilfe benötigen, wieder zu einer "Individualmedizin" zurückkehren möchte, wo jeder Patient wieder die volle Aufmerksamkeit bekommt. Je nach Umfang der Schadenslage (Örtlichkeit, Ausmaß, Patientenanzahl und Art des Einsatzes und der Gefahren) und je nach Konzept und Leistungsvermögen des Rettungsdienstes, des Katastrophenschutzes und der Krankenhäuser gelingt dieses mal schneller und halt mal nicht so gut.

      Bei Einsätzen mit MANV musst Du immer mit der ungefähren Verteilung der Schweregrade von Verletzungen bei einem MANV rechnen:

      40% sind schwer- bzw. schwerstverletzt (brauchen also NEF und RTW, oder auch einen RTH)
      20% sind mittelschwer verletzt (brauchen also einen RTW)
      40% sind leicht verletzt (brauchen also einen KTW)

      Wenn Du also 10 Patienten hast, dann macht es Sinn 4x NEF, 6x RTW und 4x KTW zu entsenden. Dann bist Du schon einmal gut aufgestellt. KTW kannst Du auch gut durch RTW ersetzt. Nach oben abweichen geht immer. Oder Du tust das was die Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) in der Leitstelle sagt. Da sind die MANV-Konzepte ja auch hinterlegt. (also sollten sie hier - hier in der Sim jedenfalls).

      In der Sichtung gibt es noch die Kategorie der "schwerstverletzten ohne Überlebenschancen". Aber diese wird im normalen Rahmen der MANV-Einsätze eher nicht vergeben werden. Da müssen schon Katastrophenszenerien geschehen, die so groß oder flächendeckend sind und/oder auch die Infrastruktur des Gesundheitswesens und der öffentlichen Gefahrenabwehr betreffen, bevor man die Weisung ausgibt, dass Patienten auch als "chancenlos" einzustufen sind, wenn die Leistungsfähigkeit auch über einen längeren Zeitraum nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Was könnte das sein? Klassischerweise natürlich erst einmal ein Krieg. Aber auch terroristische Angriffe oder Naturereignisse wie ein Sonnensturm, (Super-) Vulkanausbrüche, Erdbeben, usw., die unsere empfindliche Infrastruktur treffen, wie Strom, Wasser, Kommunikation, Verkehrswege, usw., aber auch sehr große und verheerende Unfälle wie ein Atomunfall in einem Kernkraftwerk wäre da denkbar. Kurz: Wenn ein Schadensereignis die Infrastruktur derart zerstört oder behindert, dass eine Daseinsvorsorge eines Staates nicht mehr gewährleistet werden kann. Wie sowas aussehen kann, dem empfehle ich das Buch von "Ulrich Beck - Risikogesellschaft", den Film "The Day After" oder auch das Buch / den Film "Die Wolke". Entscheiden darf sowas aber nur jemand auf der gesamtverantwortlichen politischen Ebene. Aufgrund der förderlistischen Struktur unseres Staates wird das in Friedenszeiten immer jemand auf der Ebene des Bundeslandes, der Bezirksregierungsebene oder auf kommunaler Kreisebene sein. Am Ende können wir aber halt nicht jeden retten. Es ist wie es ist...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RFSW () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

    • TheOssi schrieb:

      Sichtung Blau muss in NRW der Landrat/der Oberbürgermeister freigegeben.
      Damit wir wieder alle was über die Nachbarn lernen:

      In BaWü ist blau dem ärztlichen Personal vorbehalten, egal ob ManV oder Katastrophenalarm. Das Rettungsdienstpersonal sichtet grün, gelb, rot und schwarz (abhängig vom Verfahren, manche sichten auch nur die ersten 3).
    • So ist das hier auch, RD macht rot, gelb, grün und bei offensichtlichem auch mal schwarz und nur der LNA macht blau. Das allerdings nur, wenn der LR da zuvor freigegeben hat, sonst fallen die blauen unter rot.

      Blau heißt ja auch nicht per se "keine Überlebenschance", sondern schließt auch (und ganz besonders) "bei derzeitig möglicher Versorgung keine Überlebensschance" mit ein.