Bevölkerungsumfrage zum Forschungsprojekt MULTISCHUTZ

    • Bevölkerungsumfrage zum Forschungsprojekt MULTISCHUTZ

      Bevölkerungsumfrage zum Forschungsprojekt MULTISCHUTZ

      Attentate mit Sprengstoffen gehören zu den häufigsten Anschlagsarten von Terroristen und führen insbesondere an belebten Orten, wie beispielsweise Bahnhöfen oder Veranstaltungsgeländen, durch Druckwelle, Splitter/Fragmente und Hitze zu einer Vielzahl an Verletzten und Todesopfern.

      Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Forschungsprojekt „Multifunktionales Bauteilsystem zum Schutz von Personen vor Explosionsereignissen“ (MULTISCHUTZ) möchte bestehende Technologie zum Schutz vor Explosionswirkungen aus dem militärischen in den zivilen Bereich überführen und somit die Risiken für Personen deutlich reduzieren.

      Dabei soll das System ein möglichst breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten abdecken, wie beispielsweise mobil als Trennwand, als nachträgliche Verstärkung von Gebäudeelementen oder die Integration in Neubauten.

      Mit einer Umfrage in der Bevölkerung will das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herausfinden, wo und wie solche Systeme optimal eingesetzt wären.

      Um Details zum Einsatz der Multischutzwände zu klären, bittet das BBK um Ihre Mithilfe und Einschätzung: Wo würden Sie eine solche Schutzwand positionieren? Unter welchen Umständen wären Sie bereit, dass diese Schutzmaßnahme installiert wird?

      Nehmen Sie an der Umfrage des BBK teil und leisten Sie damit Ihren Beitrag zum Schutz der Bevölkerung.

      Zur Umfrage gehts hier:
      eu.questionpro.com/t/AB3uq7CZB3u2bt
    • Unfassbar, wofür hier wieder Geld aus dem Fenster geworfen wird...
      Terroranschläge lassen sich sowieso nicht verhindern und schon gar nicht durch bauliche Maßnahmen. Wer will, findet leider immer einen Weg.

      Das Geld fehlt dann wieder in der Personalausstattung der Notaufnahmen oder in den Materialreserven (Stichwort FFP-Masken) oder bei der personellen Ausstattung der Intensivstationen, baulicher Zustand vieler Krankenhäuser, Einsatzfahrzeuge im KatS aus den 80ern, Fachärztlicher Versorgung, kaputte Sirenen, dysfunktionale Cell-Broadcast-Alarmierung...

      Wir haben hier 1000 ernsthafte Probleme, wo man mit weniger Geld mehr bewegen könnte :S
    • Danke @Manu Schwarzenberger für das Verbreiten der Umfrage - es ist wichtig, dass viele Leute teilnehmen.
      Ich finde es es persönlich nicht notwendig, weitere ([mobil]baulichen) Maßnahmen zu ergreifen. Ich stimme @Keine Ahnung dahingehend zu, das geplante Angriffe in den seltensten Fällen verhindert werden können - insbesondere mit solchen Eingriffen. Es ist definitiv lieber in die Prävention zu investieren.
    • Keine Ahnung wrote:

      Das Geld fehlt dann wieder in der Personalausstattung der Notaufnahmen oder in den Materialreserven (Stichwort FFP-Masken) oder bei der personellen Ausstattung der Intensivstationen, baulicher Zustand vieler Krankenhäuser, Einsatzfahrzeuge im KatS aus den 80ern, Fachärztlicher Versorgung, kaputte Sirenen, dysfunktionale Cell-Broadcast-Alarmierung...
      Da geb ich Dir nur bedingt Recht. Ein Großteil des Geldes für genannte Punkte kommt aus anderen Töpfen oder fällt nicht in die Zuständigkeit des Bundes. Die Sirenen lassen wir mal bitte außen vor. Die Umfrage wurde erstellt, bevor die bundesweite Probealarmierung stattfand. Dort ist das Problem in der Gesamtheit nun hoffentlich erkannt und es wird daran gearbeitet. Schließlich soll der Warntag nun jährlich stattfinden und tritt somit mit der Funktionalität der Warnmittel in direkten Fokus der Öffentlichkeit.
      Nach diesem Flop wird man sich so ein Ergebnis nicht mehr leisten können.

      Keine Ahnung wrote:

      Terroranschläge lassen sich sowieso nicht verhindern und schon gar nicht durch bauliche Maßnahmen.
      Es geht auch nicht um die Verhinderung von Anschlägen. Zumindest nicht an dieser Stelle. Es geht hier vielmehr darum den humanen Kollateralschaden so gering wie möglich zu gestalten. Das is sicher nicht in allen Belangen passend oder zielführend, kann aber zu einem gewissen Teil Menschenleben retten. Das sorgt unter dem strich dann auch für weniger notwendige medizinische Versorgung und eine weniger große Zahl zu behandelnder Menschen.

      Aber dafür ist die Umfrage da, um die breite Meinung der Bevölkerung zu bekommen. Jeder zählt.

      KempterF wrote:

      Es ist definitiv lieber in die Prävention zu investieren.
      Auch richtig. Dies fällt aber nicht in den Ressortbereich des BBK. Hier müssen Landesinnenministerium und das Bundesinnenministerium bei der Exekutive ansetzen. Und dazu ist es auch erforderlich erstmal die eigenen Reihen in den Griff zu bekommen. Dies muss insbesondere unser Bundesinnenminister erstmal lernen (oh Gott, und das aus meinem Munde als Bayer...).
    • Manu Schwarzenberger wrote:

      Dies fällt aber nicht in den Ressortbereich des BBK. Hier müssen Landesinnenministerium und das Bundesinnenministerium bei der Exekutive ansetzen
      Nun ja, da das BBK ein Teilbereich des BMI ist ;) Und das Argument mit den unterschiedlichen Töpfen ist ja kein physikalisch feststehender Fakt, sondern nur eine Frage des Willens.

      Viel wichtiger ist für mich die Frage, was nicht nur Sinn und Zweck dieser Schutzwände ist, schließlich kann man nicht ganze Innenstädte damit zupflastern, sondern auch, was es für Auswirkungen hat. Terroristen greifen unsere freie Lebensweise an und als Antwort bauen wir Raumtrenner? (Ganz abgesehen von der Frage, ob die Dinger funktionieren, scheint ja noch in einer frühen Entwicklungsphase zu sein) Die psychologische Auswirkung der ganzen Anti-Corona-Plexiglasscheiben ist doch schon heftig genug, die soziale Relevanz mal aussen vor gelassen. Also ich stehe dem Spaß auch sehr kritisch gegenüber (also diesem Multischutzsystem) und denke auch, dass man das Geld besser nutzen könnte.
      Benutzt das Wiki: WIKI LstSim Es sollte DAS Nachschlagewerk zur Sim werden!!!

      Leitstelle Olpe [260]
      Leitstelle Sauerland [495]
      Leitstelle Mark [1260]
      FDNY*EMS [7095]
      LA County Fire Department [17036]
      Leitstelle Siegen-Wittgenstein [1068]

      EMS-Fire-Database
    • Rotkreuz Olpe wrote:

      Terroristen greifen unsere freie Lebensweise an und als Antwort bauen wir Raumtrenner? (Ganz abgesehen von der Frage, ob die Dinger funktionieren, scheint ja noch in einer frühen Entwicklungsphase zu sein)
      Warum sollten Sie nicht funktionieren? Der "Raumtrenner" der DDR hat doch auch funktioniert? Oder irre ich mich da. Also an öffentlichen Plätzen bin ich durchaus dafür, solange sie wirklich nachweislich eine Wirkung entfalten. Lenkt dennoch nicht davon ab, das wir weiterhin auf die altbewährten Terrorwaffen setzen müssen.
    • Rotkreuz Olpe wrote:

      Terroristen greifen unsere freie Lebensweise an und als Antwort bauen wir Raumtrenner? (Ganz abgesehen von der Frage, ob die Dinger funktionieren, scheint ja noch in einer frühen Entwicklungsphase zu sein)
      Es geht ja auch nicht darum, überall und alles mit Schutzwänden zuzupflastern, sondern das Ganze auf "lohnende Ziele" zu beschränken. Man kann es auch "einfache Ziele" nennen - so interpretiere ich das zumindest. Du weißt selbst, dass beispielsweise Bahnhöfe und Konzerte, ebenso Weihnachtsmärkte und andere größere Festivitäten gerne als Ziel für Terroristen herhalten. Einfach deshalb, weil es viele Menschen an einem oft relativ schlecht überwachtem Ort gibt. Und man dort den größtmöglichen Schaden am Menschen anrichten kann.

      Ich denke, dass man - wenn man es geschickt macht - durchaus dafür sorgen kann, dass z.B. nicht eine komplette Bahnhofshalle "zerlegt" wird und man durchaus durch taktisch kluge Installation bei etwaigen Anschlägen guten Erfolg für das Überleben vieler Menschen leisten kann.

      Bei Weihnachtsmärkten, Volksfesten und dergleichen haben wir uns spätestens nach dem Breitscheidplatz auch an Betonbarrieren gewöhnt. Die kann man auch einfach hinknallen oder sie so platzieren und ausgestalten, dass sie sich weitestgehend ins Umfeld einfügen. Diese Möglichkeit sehe ich auch z.B. bei Bahnhöfen mit Schutzwänden.

      Was den Bereich der Eingangsbereiche bei Konzerten angeht, der ja in der Umfrage auch thematisiert wird, stehe ich diesen Wänden auch skeptisch gegenüber. Das hat mehrere Gründe.
      Man kann diese Wände nach meinem Verständnis aufgrund der oft vielen Zugänge nicht gut kaschieren, geschweige denn installieren. Schon gar nicht bei temporären Festivalgeländen. Das würde meiner Meinung nach mehr Unsicherheit bei der Bevölkerung bzw. den Besuchern verursachen, als das es einen Schutzeffekt hätte.
      Andererseits muss man auch sagen, dass ein etwaiger Attentäter sich ebenfalls in diesen "Kessel" von Schutzwänden begeben kann und - noch bevor er irgendeine Form einer Kontrolle passiert - seinen Sprengsatz zünden.
      In diesem Fall kann der Kessel weniger schützen, sondern bündelt und kanalisiert die Wirkung des Explosionskörpers auf den entsprechenden vorgesehenen Schutzbereich.
      Das mag zwar die schützen, die sich noch außerhalb dieser Zone befinden. Die Gäste im Schutzbereich haben aber ein wesentlich schlechteres Outcome zu erwarten und auch die Todesfälle wären zwangsläufig höher als ohne die Wände. Einfach, weil die Wucht der Detonation auf einen Bereich begrenzt wird.

      Auch bei einem Messerangriff, was ja auch in letzter Zeit als schnelles Mittel der Wahl bei Attentätern gilt, kann im Falle der Konzerte oder zu schützenden Eingangsbereichen eine Falle mit höherer Verletztenrate entstehen, weil es schlicht und einfach nur noch eine Fluchtrichtung gibt - oder eben gar keine, wenn sich der Täter ungünstig platziert hat.

      Das habe ich bei der Umfrage auch so vorgebracht. Ob es bedacht wird oder nicht - wer weiß das schon. Aber es ist sicherlich das Beste, was man als Außenstehender dieser Behörde tun kann.

      Ich bin unterm Strich auch der Meinung, dass diese Wände nicht das Allheilmittel schlechthin sind, aber es ist in meinen Augen ein weiterer Baustein hin zu Schutz. Und ja, der ist nie 100 %-ig. Das wissen wir alle. Und ja, auch Prävention ist wichtig.

      Rotkreuz Olpe wrote:

      Und das Argument mit den unterschiedlichen Töpfen ist ja kein physikalisch feststehender Fakt, sondern nur eine Frage des Willens.
      Das stellen wir uns als politische Laien immer einfacher vor, als es ist. Viele Gelder sind zweckgebunden, sind sie mal in den Töpfen. Das muss man im Vorfeld im Haushalt klären. Eine einfache Umverteilung auch innerhalb eines Ressorts wie dem BMI ist nicht ganz so einfach. Das sehen wir doch vielerorts schon bei Kommunalverwaltungen, wenn es um Beschaffungen geht.