NRW führt flächendeckend den Tele-Notarzt ein.

    • Tierlieb wrote:

      "Ich muss das System am schwächsten Glied messen und das ist nunmal der Feuerwehrbeamte, der einmal im Jahr auf dem RTW sitzt."

      Und so lange das noch Realität ist (ob man das hören will oder nicht), ist ein Telenotarzt eine gut funktionierende Alternative

      Funktioniert hald so leider ned. Denn dem BF-Beamten der ne handvoll Mal pro Jahr aufm RTW sitzt kann ich kein Btm in die Hand geben, auch nicht mit Knopf im Ohr. Da muss dann der NA vor Ort sein.
    • Tierlieb wrote:

      "Ich muss das System am schwächsten Glied messen und das ist nunmal der Feuerwehrbeamte, der einmal im Jahr auf dem RTW sitzt."
      Das kanns aber nicht sein. Man muss sich daher an der Inklusion in den Schulen orientieren, wo es für die "normalen" Schüler eben nicht langsamer zugeht, damit die "langsameren" hinterher kommen, sondern wo man die langsamen gezielt extra fördert.

      Wenn's der BF-RA (wo fahren die denn überhaupt noch, in der Regel halten sich doch die BF und HAW Angestellte für die Rettung, höchstens mal ein Beatmter aufm NEF) nicht bringt, darf er eben nicht mehr als Verantwortlicher eingesetzt werden.
    • TheOssi wrote:

      Wenn's der BF-RA (wo fahren die denn überhaupt noch, in der Regel halten sich doch die BF und HAW Angestellte für die Rettung, höchstens mal ein Beatmter aufm NEF) nicht bringt, darf er eben nicht mehr als Verantwortlicher eingesetzt werden.
      Im Ruhrgebiet gibt es noch sehr viele Berufsfeuerwehren, wo Beamte RTW, NEF und sogar KTW besetzen.
      Status 6
    • Leitessen wrote:

      Hier muss man eher dafür sorgen, dass das schwächste Glied stärker wird.
      Kenne nur den aktuellen Status Quo in Aachen. Und hier gibt es auch langsam die Bestrebung die Mitarbeiter im RD (Hiorgs & BF) fitter zu machen.
      Allerdings wurde damit erst Ende 2018 begonnen.
      Dass das nicht haltbar ist, sehe ich ja genau so.

      Leitessen wrote:

      ... einen Notarzt zu verbraten...

      Wir arbeiten in einem System, welches auf notärztlicher Versorgung ruht.
      Dass an diesem Grundsatz zur Zeit gerüttelt wird, bekommt aber natürlich jeder mit.

      Wenn man das allerdings akzeptiert, muss man für deine Beispiele "einen Notarzt verbraten" ... oder man entwickelt ein Telenotarztsystem.

      Wenn man das nicht akzeptieren will gibt es für mich u.a. diese Optionen:

      1. Man wechselt das Land und arbeitet auswärts (Österreich, Schweiz, Niederlande, ....
      2. Man ändert das System und versucht kleinschrittig die Kompetenzen der NotSans zu erweitern. Ich finde es als NotSan sehr attraktiv mit rechtlicher Sicherheit meine Patienten ordentlich versorgen zu können. Ich lerne durch dieses System das Team und mich ordentlich zu strukturieren, Ressourcen zu nutzen und den sicheren Umgang mit diversen (bis hin zu allen) Medikamenten.
      Außerdem bietet es u.a. die sichere Möglichkeit die Ressource NOTARZT noch präziser einzusetzen.
      Bei uns in Aachen ist bspw. "AKS" seit einiger Zeit keine Notarztindikation mehr.

      Es ist ja auch viel eher so, dass man den TNA mit einem "Versorgungsplan" anruft und diesen absegnen lässt.
      Unsere Kontaktzeit zum Telenotarzt liegt im Schnitt unter 8min in Summe.
      Dafür hat man als Mitarbeiter einen sehr breiten Behandlungsspielraum, rechtliche Absicherung und eine ordentliche Voranmeldung im Aufnehmendem Krankenhaus.

      TheOssi wrote:

      Wenn's der BF-RA (...) nicht bringt, darf er eben nicht mehr als Verantwortlicher eingesetzt werden.
      Tja, ... leider sind wir da beim elendigen Thema: wie messen wir unsere "Performance im Rettungsdienst".

      Wir messen die Patientenzufriedenheit nicht.
      Wir messen die Versorgungsqualität nicht.
      Wir messen die leitlinientreue Versorgung nicht.
      - ich kann das ewig so weiterführen -

      (Im Rahmen des Telenotarzteinsatzes werden diese Daten allerdings doch erfasst und ausgewertet.)

      Woran wir in Deutschland gemessen werden, ist doch: "ist der Patient im Krankenhaus angekommen" und "ist der Transportschein unterschrieben".
      Und auf diese Basics ist unser Beruf zur Zeit noch herunterzubrechen. Wir sind ein Transportdienstleister und der Herr Spahn arbeitet daran, dies zu ändern.
      Und, @TheOssi , diese Basics "bringt" der BF-RA noch. Daher wird er eingesetzt.
      Es ist ja schön, wenn wir unser RD-System als medizinische Komponente sehen, aber dafür werden wir nicht bezahlt.

      dens wrote:

      Funktioniert hald so leider ned. Denn dem BF-Beamten der ne handvoll Mal pro Jahr aufm RTW sitzt kann ich kein Btm in die Hand geben, auch nicht mit Knopf im Ohr. Da muss dann der NA vor Ort sein.

      Woher hast du diese Erfahrung, dass das nicht funktioniert?
    • Tierlieb wrote:

      TheOssi wrote:

      Wenn's der BF-RA (...) nicht bringt, darf er eben nicht mehr als Verantwortlicher eingesetzt werden.
      Tja, ... leider sind wir da beim elendigen Thema: wie messen wir unsere "Performance im Rettungsdienst".
      Wir messen die Patientenzufriedenheit nicht.
      Wir messen die Versorgungsqualität nicht.
      Wir messen die leitlinientreue Versorgung nicht.
      - ich kann das ewig so weiterführen -

      (Im Rahmen des Telenotarzteinsatzes werden diese Daten allerdings doch erfasst und ausgewertet.)

      Woran wir in Deutschland gemessen werden, ist doch: "ist der Patient im Krankenhaus angekommen" und "ist der Transportschein unterschrieben".
      Und auf diese Basics ist unser Beruf zur Zeit noch herunterzubrechen. Wir sind ein Transportdienstleister und der Herr Spahn arbeitet daran, dies zu ändern.
      Und, @TheOssi , diese Basics "bringt" der BF-RA noch. Daher wird er eingesetzt.
      Es ist ja schön, wenn wir unser RD-System als medizinische Komponente sehen, aber dafür werden wir nicht bezahlt.
      Wobei das mit Vorsicht zu geniessen ist. Die Patientenzufriedenheit ist in der Bewertung nicht objektiv und kann daher nicht viel über einen guten oder schlechten Rettungsdienst aussagen. Ansonsten stimme ich Dir da aber zu (vor allem, dass wir z.Zt. ein reiner Transportdienstleister sind. Siehe dazu das SGB). Und tatsächlich wird zu wenig "gemessen" im Rettungsdienst. Dazu müsste man jedoch auch die Dokumentation vereinheitlichen und vor allem digitalisieren, was an vielen Orten bzw. Rettungsdienstbereichen noch nicht der Fall ist. Die Einhaltung der Hilfsfristen ist im Regelfall das einzigste, was allerorten landauf und landab einheitlich gemessen wird. Das sagt aber wenig zu den genannten Punkten aus. Schade.

      Tierlieb wrote:

      dens wrote:

      Funktioniert hald so leider ned. Denn dem BF-Beamten der ne handvoll Mal pro Jahr aufm RTW sitzt kann ich kein Btm in die Hand geben, auch nicht mit Knopf im Ohr. Da muss dann der NA vor Ort sein.
      Woher hast du diese Erfahrung, dass das nicht funktioniert?
      Ich könnte mir vorstellen, dass hier das rechtliche Problem mit dem Betäubungsmittelgesetz gemeint ist. Eine generelle Vorabdelegation ist rechtlich problematisch und ist im Regelfall nur im individuellen Fall möglich. Da der Ärztliche Leiter nicht in die Zukunft schauen kann wer, wann und warum zum Patienten wird ist das natürlich ein Problem.

      Falls dieses nicht gemeint war: Ja, es gibt auch in meiner Arbeitswelt einige Personen, denen würde ich keine Spritze in die Hand drücken. Die meisten davon sind in der Tat Feuerwehrbeamte.
    • Oi! Komma her :P
      @RFSW Nur mal so aus Neugierde, was hat denn Retterdeutschland alles, worauf BaWü neidisch sein sollte? Will hier nix lostreten, aber die „gravierenden“ Unterschiede würden mich mal interessieren, zumal ich mich nur bedingt mit den ländertechnischen Vor- und Nachteilen auseinandergesetzt habe und auskenne.

      The post was edited 1 time, last by FaRa ().

    • Der größte und gravierendste Nachteil von Baden-Württemberg ist sicherlich der, dass die Landkreise nicht der Träger des Rettungsdienstes sind. Ich habe schon von einigen BaWü-Kollegen gehört, dass der Filz zwischen den HiOrg und die Verhandlungen in den Bereichsausschüssen zwischen Leistungserbringer (der gleichzeitig auch der Träger ist) und den Kostenträgern nicht wirklich effektiv sind. Seit die Landkreise in meinem Bundesland vor 30 Jahren bezüglich der Verantwortung und dem Weisungsrecht die Macht übernommen haben, ist die Organisation des Rettungsdienstes deutlich besser geworden. Das betrifft nicht nur die Versorgung selbst, zum Beispiel durch ein einheitliches Aus- und Fortbildungsprogramm, sondern auch die Einheitlichkeit der Ausrüstung und der Fahrzeuge, sowie auch der persönlichen Schutzausrüstung. Gut ist das noch lange nicht, aber ein deutlicher Vorteil gegenüber BaWü, wie ich finde. Die führende Instanz ist nun mal der Träger, der verwaltungs- und politisch Verantwortliche des Kreises oder der kreisfreien Stadt. Über den Frust von Mannheim hat man in der Presse diesbezüglich schon öfters gelesen.

      Um nicht nur negative Dinge aufzuzählen, möchte ich auch positive Dinge aus BaWü (und negative "bei uns") erwähnen: "Bei uns" ist beispielhaft nicht so gut, dass jeder Landkreis so sein eigenes Süppchen kocht, was Aus- und Fortbildung und Ausrüstung betrifft. Einheitliche Beschaffungssysteme bzw. -organisation, wie in Schleswig-Holstein beispielsweise, fehlt hier leider noch. Jeder ÄLRD schafft sein eigenes Kompentenzsystem. Aber immerhin hat jeder Landkreis einen. Aber wie das nun mal im Förderalismus ist, machen die eben nicht alles gleich. Das ist sch...ade. Und genau das könnte einer der wenigen Vorteile von BaWü sein, dass eben die weniger, bereichsübergreifenden ÄRLD für weniger unterschiedliche Systeme (wenn auch nur im kleinen Detail, so riesengroß sind die Unterschiede in meinem Bundesland dann auch nicht) entwickeln. Auch die zentrale Sammelstelle von Daten für die Qualitätssicherung finde ich gut, die hier in meinem Bundesland nur wenig bis gar keine Beachtung findet, oder wenn überhaupt nur auf Initiative des Rettungsdienstträgers, also dem Kreis oder der kreisfreien Stadt, geschehen.