KTP-Planung

    • Moin,

      ich würde gerne wissen, wie ihr die KTPs in der Sim plant. Nutzt ihr dafür ein extra Programm oder alarmiert ihr einfach den nächsten freien KTW? Ich würde gerne die KTP-Touren möglichst genau planen, um Leerfahrten soweit wie möglich zu vermeiden und sinnvolle Folgeaufträge an die KTWs zu vergeben.

      Viele Grüße aus dem Norden :)
    • Ich schreibe mir meist in den Alarmierungstext mit rein, für wen ich die Fahrt vorgeplant habe. Ansonsten wird der nächste freie KTW alarmiert. Manchmal ergibt sich ja trotz Vorplanung etwas anderes. (Bsp: Pat. wird von KH A-Dorf ins AH B-Dorf entlassen. Der KTW aus B-Dorf hat gerade ne Einweisung ins KH A-Dorf gefahren und kann den Patienten mit zurücknehmen, sodass der vorgeplante Transport für den KTW A-Dorf entfällt.)
      ILS Höxter 7 RW, 10 RTW, 5 NEF, 10 KTW Das realistische Spielerlebnis im Osten NRWs.

      ILS Münster|EOC Ventura County
      Avatar: Rettung Höxter 1-RTW-2, Blanko Chr2, Westfale, wpbadboy, Grisu118
    • Na ja,

      eigentlich kein Hexenwerk - dafür brauchst kein extra Proggi sondern nur das was hinter der Stirn sitzt! ;)

      Terminfahrten wie zur Dialyse oder zu Ambulanzfahrten/Arztfahrten sollten natürlich als Erstes bedient werden, weil die Kundschaft ja pünktlich zum Termin kommen sollte.
      Als zweithöchste Priorität bediene ich Einweisungen ins Krankenhaus, weil die ja auch nicht unbegrenzt warten können.
      Danach sollte man die Leute, die man zur Dialyse/zum Doc gekarrt hat, natürlich auch wieder zurück fahren, weil die Patienten-Kapazitäten dort natürlich begrenzt sind und/oder die Praxis nicht 24/7 geöffnet hat.
      Als letztes kommen die Heimfahrten ausm KH - das ist natürlich für die Station auch ärgerlich, wenn dort nicht zügig abgeholt wird, aber da kann der Patient am ehesten etwas länger warten.

      Du kannst übrigens einem Fahrzeug, das in S8 steht, bereits einen neuen Einsatz vergeben - einfach aus der Statusleiste in den jeweiligen, aufgeklappten Einsatz reinziehen! Dann wechselt der KTW automatisch in S3, wenn er seinen Patienten abgeliefert hat. Dazu musst du nicht mal auf "alarmieren" klicken.

      Zu der Frage, welches Fahrzeug du verwendest, kann man keine pauschale Aussage treffen - dazu kommt es viel zu sehr auf die regionalen Gegebenheiten an: Habe ich einen Schwarm von KTW, die nur drauf warten, einen Auftrag zu übernehmen? Habe ich nur einen KTW pro Landkreis? Muss ich da evtl. sogar auf RTW zurück greifen, um die Einsätze abarbeiten zu können? Grundsätzlich solltest du aber so gut wie möglich vermeiden, dass viele Leerkilometer anfallen, nur so ist das Fz. effektiv ausgelastet. 8)
      Viele Grüße

      TOM



      - Betreuer offizielle bayerische Leitstellen
      - Besitzer BAMBERG (ID 7190) & ERDING (ID 112)
      - Team NÜRNBERG (ID 73 / 86 / 88 / 89)
      - Team MÜNCHEN (ID 1159)

      - kommissarischer Verwalter INGOLSTADT (ID 1426)
    • Gerade hier in der Sim macht es Sinn, sich ca. 15 Minuten vor Terminuhrzeit die anstehenden Vorbestellungen anzuschauen (heißt bspw. um 7:15 schau ich mir mal die Vorbestellungen an, die um 08:00 fällig werden. Kannst ja 30 Minuten früher schon ein Fahrzeug an die EST schicken, ohne dass es dir dann sagt, es wäre zu früh).

      Wenn ich mir die ganzen Sachen angeschaut habe, geht mein erster Blick immer rein auf die Anzahl der Vorbestellungen und die Anzahl meiner KTWs. Da kannst du schonmal grob sehen, ob du alles pünktlich disponiert bekommst, oder ob Patienten warten müssen. Wie mein Vorredner schon meinte haben die Dialysefahrten immer die höchste Priorität, hier solltest du dir auch überlegen mal einen RTW hinzuschicken, wenn du keinen KTW verfügbar haben solltest.

      Ich persönlich hab es mir angewöhnt, dass ich für einen KTW spätestens den nächsten Auftrag raussuche, sobald das Auto in den Status 8 geht. Dabei ist einfach darauf zu achten, dass du (wie du selbst schon sagtest) du die Status 3-Zeiten kurz hältst. Wenn du eine Leitstelle simulierst, wo du dich ortsmäßig auskennst wirst du da ja keine Probleme haben, wenn du nicht ortskundig bist, hilft dir da der Button "Auf Karte anzeigen" ganz gut.

      Da sich in der Sim die Fahrzeuge ja manchmal nicht mit dem S1 melden (absichtlich oder unabsichtlich mal dahingestellt :P ) und dann kurz vor der Wache dreist fragen, ob denn der S1 nicht durchgegangen ist, würde ich die Fahrzeuge immer dann im S8 schon den neuen Auftrag aufbuchen, wenn die Fahrt direkt vom Zielort weggeht.

      Solltest du eine bayerische ILS simulieren und du willst den ultimativen HardCore-Modus der KTP-Disposition ausprobieren, kannst du ja zusätzlich mal versuchen, die Pausenzeiten der KTW einzuhalten und die in ihren jeweiligen Korridoren mal für 30 Minuten auf die Wache schicken. ;)
    • Weil Dialyseplätze knapp sind und dementsprechend zeitlich sehr genau getacktet.
      Wenn man bei dem normalen Arzttermin ne halbe Stunde zu spät kommt, ist man im Idealfall pünktlich, weil sich eh schon alles verschoben hat, im schlechtesten wurden halt zwei Patienten vorgezogen.
      Da Dialysen Stunden dauern, ist da vorziehen nicht möglich, da der Nachfolgende i.d.R. nicht vier Stunden im Voraus da ist, also verschiebt sich bei Verspätung dort alles nachfolgende gleich mit. Darum: höchste Priorität auf Pünktlichkeit. Und bei der Rücktour zumindest hohen Wert drauf legen.
    • Ich plane auch gerne so, dass ich Innerorts-Touren durch den Retter fahren lasse, wenn kein KTW in der Nähe ist. Oder er bekommt nen Patienten von der Klinik zurück in den Ort, an dem er stationiert ist.

      Da wir ja auch feste Pausenzeiten haben, stelle ich Fahrzeuge im Zeitfenster auch gerne mal frühzeitig an die Klinik und simuliere so die Pause, da die KTW sich hier dafür eigentlich abmelden bzw. eine Nummer dafür bekommen. Und dann auch tatsächlich nicht zur Verfügung stehen.
    • TheOssi schrieb:

      Weil Dialyseplätze knapp sind und dementsprechend zeitlich sehr genau getacktet.
      Wenn man bei dem normalen Arzttermin ne halbe Stunde zu spät kommt, ist man im Idealfall pünktlich, weil sich eh schon alles verschoben hat, im schlechtesten wurden halt zwei Patienten vorgezogen.
      Da Dialysen Stunden dauern, ist da vorziehen nicht möglich, da der Nachfolgende i.d.R. nicht vier Stunden im Voraus da ist, also verschiebt sich bei Verspätung dort alles nachfolgende gleich mit. Darum: höchste Priorität auf Pünktlichkeit. Und bei der Rücktour zumindest hohen Wert drauf legen.
      Sowas dachte ich mir schon. Also setzen solche Einrichtungen die Prioritäten, nicht die Bedürfnisse des Patienten. Dem Dialysepatienten schadet es nicht, wenn dieser 30 Minuten später kommt oder abgeholt wird. Nur der Organisation der Dialyse. Sie könnten sich auch anders organisieren. Der Einweisung mit einer Pneumonie schadet es ggf. schon, wenn dieser wegen einer „Terminfahrt“ warten muss. Daher haben hier Einweisungen ins KH die höchste Priorität, gefolgt von Terminfahrten. Entlassungen, da gehe ich mit, die niedrigste Priorität. Macht so auch Sinn. Der RD muss sich nach den Bedürfnissen der Patienten orientieren, nicht nach der Organisation von Einrichtungen. Das machen wir auch - sehr erfolgreich sogar, wie man uns vor kurzem bescheinigte.
    • So geh ich immer vor: Notfälle (bei uns KTALLGEM - schlAz, Z.n. Sturz) -> Einweisung -> Terminfahrten -> Behandlungsfahrten (Katheter gezogen usw.) -> Verlegungen -> Entlassungen.

      Bzw irgendwann nach Wartezeit da hier im Kreis die Vorgabe ist das spätestens nach 90 Minuten ein Fahrzeug vor Ort sein soll.
      Leitstelle Ennepe, kommen Sie!


      Avatar Leitessen, Chr2 und Westfale
    • RFSW schrieb:

      Der Einweisung mit einer Pneumonie schadet es ggf. schon, wenn dieser wegen einer „Terminfahrt“ warten muss
      Aus notfallmedizinischer Sicht mag das richtig sein, rein betrachtet von der Organisation des Rettungsdienstes ist das falsch. In einem offiziellen Statement der Krankenkassen (die nunmal so ziemlich den kompletten Krankentransport des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes finanzieren) ist einem Nicht-Notfallpatienten eine Wartezeit von 4-6 Stunden zumutbar. Das kann für den Patienten unangenehm sein, so lange auf den Transport zu warten, mal ganz davon abgesehen, dass der dann unter Umständen in einer ZNA nochmal 3-4 Stunden zu warten hat, da die Triage des Krankenhauses das so festlegt. Aber aus der rein definitorischen Sichtweise muss man sagen, dass die Krankenkassen mit ihrer Einschätzung recht haben: Ein Nicht-Notfallpatient kann eben so lange warten. Ist ja kein Notfall.

      Ein Arzt muss, wenn der beim Patienten zu Hause ist und sich entscheidet, einen Transportschein für einen KTW auszustellen, abwägen, ob der Patient gesundheitlich dazu in der Lage ist, diese lange Zeit zu warten. Ist er dazu nicht in der Lage, bzw. würde sich der Gesundheitszustand des Patienten sich in der dieser Zeit klinisch bedeutsam verschlechtern, dann ist dieser Patient (so blöd es nunmal klingt) nach der Definition der Krankenkassen kein Fall für einen KTW. Ich bin selbst kein Fan von dieser Ansicht, aber (zumindest bei uns im Kreis) ist das ein selbstgemachtes Problem der Krankenkassen. Das kommt nunmal davon wenn man bei steigenden Einsatzzahlen drei Schichten streicht...


      RFSW schrieb:

      Der RD muss sich nach den Bedürfnissen der Patienten orientieren
      Da gebe ich dir voll und ganz Recht. Nur ist es nicht der RD, der entscheidet wann er zu welchen Aufträgen fährt, sondern die Leitstelle.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SamuDeluxee ()

    • SamuDeluxee schrieb:

      RFSW schrieb:

      Der Einweisung mit einer Pneumonie schadet es ggf. schon, wenn dieser wegen einer „Terminfahrt“ warten muss
      Aus notfallmedizinischer Sicht mag das richtig sein, rein betrachtet von der Organisation des Rettungsdienstes ist das falsch. In einem offiziellen Statement der Krankenkassen (die nunmal so ziemlich den kompletten Krankentransport des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes finanzieren) ist einem Nicht-Notfallpatienten eine Wartezeit von 4-6 Stunden zumutbar. Das kann für den Patienten unangenehm sein kann, so lange auf den Transport zu warten, mal ganz davon abgesehen, dass der dann unter Umständen in einer ZNA nochmal 3-4 Stunden zu warten hat, da die Triage des Krankenhauses das so festlegt. Aber aus der rein definitorischen Sichtweise muss man sagen, dass die Krankenkassen mit ihrer Einschätzung recht haben: Ein Nicht-Notfallpatient kann eben so lange warten. Ist ja kein Notfall.
      Ein Arzt muss, wenn der beim Patienten zu Hause ist und sich entscheidet, einen Transportschein für einen KTW auszustellen, abwägen, ob der Patient gesundheitlich dazu in der Lage ist, diese lange Zeit zu warten. Ist er dazu nicht in der Lage, bzw. würde sich der Gesundheitszustand des Patienten sich in der dieser Zeit klinisch bedeutsam verschlechtern, dann ist dieser Patient (so blöd es nunmal klingt) nach der Definition der Krankenkassen kein Fall für einen KTW. Ich bin selbst kein Fan von dieser Ansicht, aber (zumindest bei uns im Kreis) ist das ein selbstgemachtes Problem der Krankenkassen. Das kommt nunmal davon wenn man bei steigenden Einsatzzahlen drei Schichten streicht...


      RFSW schrieb:

      Der RD muss sich nach den Bedürfnissen der Patienten orientieren
      Da gebe ich dir voll und ganz Recht. Nur ist es nicht der RD, der entscheidet wann er zu welchen Aufträgen fährt, sondern die Leitstelle.
      auch wieder das klassiche Definitionsproblem der dringlichen, nicht akut Vitalgefährdenten Patienten...

      Mancherorts dem Notfall zugeordnet (Hessen R0), in Berlin im RD Gestz als Notfalltransport verankert, ist bei uns ein "dringender KTP" [1] (weil Notfallfall ohne Signal = trotzdem ein Notfallpatient = Anrecht auf RA gemäß RettG bei uns = zwingende RTW-Indikation)... Von daher wie immer: Leitstellen abhängig :S :/

      [1] Definition aus einer kleinen Anfrage

      Bei einem Großteil der im RTW durchgeführten Krankentransporte handelt es sichzudem um sog. „Dringende Krankentransporte“, bei denen es sich im Sinne des Rettungsdienstgesetzesnicht direkt um einen Notfall handelt, z. B. weil keine akute Lebensgefahrbesteht. Patienten mit akuten Schmerzen, die zur weiteren Diagnostik inein Krankenhaus gefahren werden müssen (z. B. Zustand nach Sturz, Kolik, etc.),kann man keine Wartezeit – wie im regulären Krankentransport oft üblich – zumuten.

      Quelle: landtag-saar.de/Drucksache/Aw15_2120.pdf
    • Ich kriege hier mitmachen Handy gerade kein vernünftiges zitieren hin, darum so, @RFSW: Wenn wir Mal ehrlich sind, verzögern sich in der Regel nicht einzelne KT, sondern die meisten. Sei es wegen Verkehr, Defekt, ungeplanter Desinfektion usw. Erst verzögert sich die Dialysehinfahrt um 30 Minuten. Dann die Rückfahrt auch. Ist der Plan der Praxis schon Mal ne Stunde verschoben. Dann kommt der KTW für die Rückfahrt des Folgepatienten ausnahmsweise Mal pünktlich. Der Patient hat aber noch ne Stunde, weil sich der Start ja um eine Stunde verzögert hat. Also fährt der KTW wieder, um dann nach 90, statt 60 Minuten zurück zu kommen... Muss ich weiter machen?
      Gerade bei 24/7-Dialysen ist ein Rückstand nicht einfach durch Überstunden aufzuholen. Das läppert sich. Und das ist schlecht für die Patienten. Wohin gegen der einzelne Pneumoniker durchaus Mal zwei Stunden warten kann. Oder es muss Mal n RTW für den ran. Bei Kurzstrecke ja eher kein Problem.
      Plus, wenn du Leute, die viermal die Woche für fünf Stunden zur Dialyse müssen, plus An- und Abfahrt, Vorbereitung, Nachbereitung mit Wiegen ect. durch Wartezeit noch mehr Lebenszeit klaust...
    • @sebi96: Bitte nur zitieren wenn notwendig. Wenn du direkt nach einem Post antwortest, dann musst du sicher nicht den ganzen Post zitieren.

      Zum Thema:
      Das kommt davon, wenn man blödsinnige Grenzen zwischen KTP und Notfall zieht.
      Nur weil ein Patient keine 6 Stunden warten kann, ist er noch lange kein Notfall. Das Problem haben wir hier im Landkreis auch zunehmend.
      Weil der KTP völlig überlastet ist, macht die Leitstelle aus einem Krankentransport einen RTW ohne Signal mit Notfallstichwort.
      Ergebnis: Teure RTW-Fahrten nehmen zu, RTW fährt viel Müll, man stellt mehr RTW in den Landkreis.

      Immerhin: Danke neuer Verhandlungen lohnen sich jetzt KTW am WE und nachts mehr, dadurch ist der Anreiz da, KTW in Dienst zu nehmen, auch nachts und am WE. Vielleicht hilft es.
      Liebe User, Antworten auf nahezu alle Fragen zur Sim liefert euch unser Wiki. Dort ist detailliert erklärt, was ihr bei LstSim alles machen könnt und es gibt Lösungen für viele Probleme! Wir empfehlen allen Leitstellenerbauern ausdrücklich sich dort zu informieren!
      Auch interessant: FAQ
    • Der Trend zu mehr Wochenend-KTW nimmt hier auch zu. Auch unter der Woche wird länger gefahren. Aber spätestens um 21:30 ist zumindest hier Schluss.

      Hier werden zwar auch RTW entsandt, die rechnen aber als KTP ab. An den Kosten liegts hier also nicht. Dafür sind als RTW 10-20 Prozent deiner Einsätze als KTP obligatorisch.
    • F. Köhler schrieb:

      Weil der KTP völlig überlastet ist, macht die Leitstelle aus einem Krankentransport einen RTW ohne Signal mit Notfallstichwort.
      Na ja, dafür gibts bei uns ein Stichwort, welches quasi mit "RTW als KTW" zu übersetzen ist. Hilft nicht unbedingt bei der Motivation der besonders hochqualifizierten Notfallsanitäter, aber ist halt nicht immer alles nur Blut und Strom und Medikamente, soll heißen: gehört halt auch dazu.

      Manu Schwarzenberger schrieb:

      Wieviele der Dialysepatienten brauchen eigentlich, wenn wir ehrlich sind, wirklich einen KTW?
      Na ja, wenn die Fahrten da sind, sind sie nunmal da. Über sie Sinnhaftigkeit bei der Hinfahrt kann man sich sicherlich streiten. Bei der Rückfahrt eigentlich nicht, denn da gehts den meisten dreckiger, als auf dem Hinweg. Merkwürdigerweise sind das dann allerdings die Fahrten, die zumeist vom Liegendtaxi übernommen werden, zumeist, weil es da nen Vertrag mit der Praxis gibt und - seien wir mal ehrlich - welcher Arzt achtet beim Ausstellen des Trapos schon darauf, ob das angekreuzte Fahrzeug wirklich das geeignete ist?
    • TheOssi schrieb:

      welcher Arzt achtet beim Ausstellen des Trapos schon darauf, ob das angekreuzte Fahrzeug wirklich das geeignete ist?
      Zwar völlig OT, aber wenn man Zweifel hat das sollte man denen das auch schonmal sagen, und zwar nicht nur von "unten", sondern auch andersrum. Wenn ich sowas sehe kriegt mein Chef Meldung, ob er will oder nicht. Und wenn er meint das muss so, schrecke ich auch nicht davor zurück, selber um einen Termin beim betreffenden Mediziner zu bitten..
      Avatar: RK Arnstadt 14/82-1 (Blanko: Chr2)
      Leitstelle Ilmkreis/Thüringen ID 27662

      Nein, Thüringen ist kein Entwicklungsland! Als ob sich hier was entwickeln würde...
    • SamuDeluxee schrieb:

      Aus notfallmedizinischer Sicht mag das richtig sein, rein betrachtet von der Organisation des Rettungsdienstes ist das falsch. In einem offiziellen Statement der Krankenkassen (die nunmal so ziemlich den kompletten Krankentransport des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes finanzieren) ist einem Nicht-Notfallpatienten eine Wartezeit von 4-6 Stunden zumutbar.
      Nein, dass ist nicht falsch. Es mag sein, dass das die Krankenkassen so gesagt haben (eine Quelle dazu wäre gut). Und ja, sie finanzieren den Rettungsdienst. Die Regeln die das wie, wo und warum definieren werden jedoch vom Gesetzgeber vorgegeben. Dazu nutzt dieser das SGB sowie das Landesrecht zum Rettungsdienst. Wie zum Beispiel die Landesrettungsdienstgesetze und die oft anzutreffenden Durchführungsverordnungen dazu. Mein Bundesland hat übrigens nicht nur eine Hilfsfrist für die Notfallrettung definiert, sondern will auch, dass Krankentransporte innerhalb von 30 Minuten bedient werden. Einige Rettungsdienstträger haben diesbezüglich vor dem Verwaltungsgericht schon Ärger am Hals gehabt, weil durch die Nichteinhaltung sich private Unternehmen in den öffentlichen Rettungsdienst (bzw. in den qualifizierten Krankentransport) eingeklagt haben. Wie wir im Thread auch schon an anderer Stelle gelesen haben, so schaffen Rettungsdienstträger (also die Landkreise und kreisfreien Städte; ausgenommen Baden-Württemberg) u.a. auch entsprechende Konzepte, die eine Priorisierung im Krankentransport vornehmen. Es macht sehr wohl Sinn Einweisungen vor anderen Fahrten zu priorisieren, wenn man in der Ausbildung aufgepasst hat. @F. Köhler hat dieses schon richtig erkannt (siehe Beitrag 15).

      SamuDeluxee schrieb:

      Ein Arzt muss, wenn der beim Patienten zu Hause ist und sich entscheidet, einen Transportschein für einen KTW auszustellen, abwägen, ob der Patient gesundheitlich dazu in der Lage ist, diese lange Zeit zu warten.
      Das ist nur semi-richtig. Ja, er muss schon irgendwie die Entscheidung treffen, was der Patient benötigt und wie schnell dieser es benötigt. Verlassen muss sich der einweisende Arzt jedoch nur auf das, was der Gesetzgeber per Gesetzgebung definiert hat oder das zuständige Ministerium per Erlass (z.B. mit einer Durchführungsverordnung) an nachgeordnete staatliche Stellen erteilt hat. Und da steht nun mal drin, dass der RTW im Notfall in 15 Minuten da sein soll und der KTW bei einem qualifizierten Krankentransport innerhalb von 30 Minuten da sein muss (i.d.R. / in X % der Fälle usw.). Denn das ist genau genommen das Problem des Rettungsdiensträgers, dass dieses mit einer gewissen Bediensicherheit sichergestellt wird.

      TheOssi schrieb:

      Wenn wir Mal ehrlich sind, verzögern sich in der Regel nicht einzelne KT, sondern die meisten.
      Das ist in der Regel ein Problem der ungenügenden Bedarfsplanung. Viele Rettungsdienstträger hinken mit ihrer aktuellen Bedarfsplanung oft jahrelang hinter den tatsächlichen Einsatzzahlen hinterher. Das liegt oft auch daran, dass eine Bedarfsbemessung im Rettungsdienst sehr aufwändig ist, eine entsprechende Expertise in den Kreisverwaltungen fehlt und diese mit viel Geld eingekauft werden muss.

      TheOssi schrieb:

      Muss ich weiter machen?
      Besser nicht. Werde schon ganz wuschig! :S

      TheOssi schrieb:

      Wohin gegen der einzelne Pneumoniker durchaus Mal zwei Stunden warten kann.
      Erzähl das mal dem COPD´ler mit seiner Exazerbation. Klar, es kann auch mal eben ein RTW fahren. Wenn es die Notfallrettung zulässt, dann fährt dieser auch, wenn etwas nicht zu lange warten soll.

      Auch habe ich oft das Gefühl, dass die Gefahr einer Sepsis (u.a. von uns Rettern) gerne übersehen wird. Ich bin schon einige Male zu Pneumonie-Patienten gekommen, die gerade so aus dem letzten Loch gepfiffen haben. Ich kann mich dabei auch noch an zwei Patienten erinnern, beide aus einer Psychiatrie und als Krankentransport angemeldet, die schon im septischen Schock waren, als ich eingetroffen bin. Und da kommen wir (wieder einmal) zum nächsten (und eigentlich ersten) Punkt:

      TheOssi schrieb:

      Gerade bei 24/7-Dialysen ist ein Rückstand nicht einfach durch Überstunden aufzuholen. Das läppert sich. Und das ist schlecht für die Patienten.
      Was schadet es dem Patienten, wenn dieser 30 Minuten später an seine outgesourcte Niere kommt oder später geholt wird? Dem Patienten schadet es nicht die Bohne. Nur der Organisation der Dialyse, das stimmt. Aber moment, da war doch was? Ja, das sagte ich in meinem Beitrag Nr. 8 schon einmal. Warum wird ein Problem der Dialyse zum Problem der Leitstelle bzw. des Rettungsdienstes gemacht? Wenn Einrichtungen ihre Arbeit so takten, dass selbst unverschuldete Dinge wie ein Verkehrsstau alles gleich aus dem Takt bringen, dann stimmt etwas mit der Organisation dieser Einrichtungen nicht. Die Dialysen bringen durch ihr tun den Krankentransport auch oft genung aus dem Takt. Und interessiert das die Dialysen? Nö! Warum kann die Dialyse keine Wartezone für ihre Patienten einrichten (beispielhaft)? Patienten zwischenparken wenn Bedarf besteht. Für mich ist daher ganz klar, dass Einweisungen ins Krankenhaus vor Terminfahrten kommen, sowie mit entsprechenden Abstufungen bis hin zu den Entlassungen aus Krankenhäusern, die am längsten warten müssen. Zum Wohle aller Patienten! Nicht nur die von wenigen oder die der Dialysen. [Ich habe hier in diesem Abschnitt absichtlich etwas Emotion eingearbeitet in der Hoffnung, dass es so besser erklärt ist. Sonst wäre es wieder langweiliges Beamtengeschwaffel geworden.]
    • Manu Schwarzenberger schrieb:

      Wieviele der Dialysepatienten brauchen eigentlich, wenn wir ehrlich sind, wirklich einen KTW?
      Das trifft eher auf andere KTW-Patienten zu. Aber ja das stimmt, ganz viele Patienten brauchen eigentlich keinen KTW. Oft werden KTW aus reiner Bequemlichkeit angefordert. Ist halt einfacher. Denn da hat der @Sprockhövler schon recht, ...

      Sprockhövler schrieb:

      Also die die wir hier fahren brauchen den KTW weil zu 90% sind das Infektpatienten und die anderen 9% sind auf O2 angewiesen.
      ...da Dialysepatienten ganz häufig verseucht sind. MRSA, ORSA, 3/4-MRGN, VRE, Clostridien, ...ach ja. Alles was den Desinfektor ins schwärmen bringt.