KTP-Planung

    • TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Erzähl das mal dem COPD´ler mit seiner Exazerbation.
      Warum sollte ich? Ne eCOPD ist ja nun (mindestens) ne RTW-Indikation.
      Das sieht der einweisende Arzt, seine Sprechstundenhilfe, usw., ggf. anders, wenn diese einen "Transport" bestellen. Ich habe folgendes...

      TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Ich bin schon einige Male zu Pneumonie-Patienten gekommen, die gerade so aus dem letzten Loch gepfiffen haben. Ich kann mich dabei auch noch an zwei Patienten erinnern, beide aus einer Psychiatrie und als Krankentransport angemeldet, die schon im septischen Schock waren, als ich eingetroffen bin.
      ... sind definitiv keine KTW-Indikationen mehr.
      ...ja nicht ohne Grund geschrieben! Es kommt ja immer wieder vor, dass eine Anforderung nicht dem entspricht was man erwartet hat. Egal ob mit dem KTW oder mit dem RTW. Sollte Dir als alter Hase sicher nicht unbekannt sein, so wie ich Dich einschätze.

      TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Für mich ist daher ganz klar, dass Einweisungen ins Krankenhaus vor Terminfahrten kommen
      Der gute Disponent, fragt aber vielleicht sogar mal bei ner Einweisung nach dem Grund und kann dann schonmal überlegen, ob a) das überhaupt was für nen KTW ist und b) ob das warten kann. [...]
      Eben drum werden "hier" bei Krankentransporten auch die Einweisungsdiagnosen abgefragt. Und wenn der Disponent das Gefühl hat das da was nicht stimmt, dann wird auch höherwertiger disponiert. Wenn man eine medizinische Fachkraft oder sogar den Arzt noch dran hat, dann wird ggf. auch noch weiter nachgebohrt und beraten, wenn dieses sein muss. Funktioniert nun halt aber nicht immer. Und wenn es sein muss, dann wartet nun halt mal der Dialysepatient etwas länger. Vielleicht kann man dann so das Leid eines anderen mildern / verkürzen. Das ist die Idee dahinter.
    • TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Warum wird ein Problem der Dialyse zum Problem der Leitstelle bzw. des Rettungsdienstes gemacht?
      Jetzt komme ich wieder mit dem Teil, für den ich oft zerrissen werde, aber ich denke im KTW-Bereich trifft es noch deutlich mehr zu, als in der Notfallrettung: Weil der RettungsDIENST eben (auch) ein Dienstleister ist. Auch wenn man das Monopol haben sollte, sollte man sich nicht darauf ausruhen, sondern versuchen den Kunden (bzw. Auftraggeber, hier: Dialysepraxis) einigermaßen zufrieden zu stellen.
      Nein, ich zerreiße Dich dafür nicht in der Luft. Ich bin zwar der Vertreter der Fraktion "Rettungsdienst ist Daseinsvorsorge", aber ich verstehe was Du meinst und gebe Dir da durchaus auch Recht. Vielleicht müsste man die Kombination von Notfallrettung und qualifizierten Krankentransport trennen, um dem gerecht zu werden. Hat alles seine Vor- und seine Nachteile. Beim Krankentransport hat der Patient ggf. eine Auswahl, wenn er Glück hat und kann seinen "Dienstleister" aussuchen. Geht aber auch nicht überall. In der Notfallrettung kann er dieses definitiv nicht. Er bekommt das was die Leitstelle für erforderlich hält. Der Kunde hat hier keine Auswahl. Das wiederspricht somit dem Gedanken der Dienstleistung, wie ich finde. Man kann den Rettungsdienst oder andere Teile des Gesundheitswesens nicht zwingend mit anderen Bereichen wie den Konsum vergleichen, wenn es beispielhaft um den Kauf eines neuen Fernsehers geht.

      Ich gehe aber soweit mit, dass eine gewisse Kundenorientierung auch im RD notwendig ist. Die Frage die ich mir dabei aber stelle ist, ob ausgerechnet wir immer alles möglich machen müssen? Nehmen die "Dienstleister" Arztpraxen, Dialyse oder Krankenhäsuer denn immer auf unsere Bedürfnisse Rücksicht? Sie interessieren sich in der Regel nicht dafür. Und da sind wir dann doch wieder...

      TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Wenn Einrichtungen ihre Arbeit so takten, dass selbst unverschuldete Dinge wie ein Verkehrsstau alles gleich aus dem Takt bringen, dann stimmt etwas mit der Organisation dieser Einrichtungen nicht.
      Na ja, die takten so, weil es halt so viele Dialysepatienten auf vergleichsweise wenige Plätze gibt. Da haben wir wieder ein Problem mit der Bedarfsplanung, aber diesmal halt auf der anderen Seite. Da können die Praxen aber nichts für und deren Patienten schon gar nicht.
      ...bei meinem Punkt, dass die Dialyse sich besser organisieren könnte (oder muss). Mit einer Wartezone für fertige Patienten, die sicher auch nicht viel Kosten verursachen würde, könnte sie fertige Patienten noch Service bieten und trotzdem ihren Regelbetrieb aufrecht erhalten. Völlig egal ob eine Dispositionsstrategie "Einweisungen first" oder das Wetter mit Eisregen für eine verzögerte Anlieferung oder Abholung von Patienten schuld ist.

      The post was edited 1 time, last by RFSW: Rechtschreibung ().

    • RFSW wrote:

      Ich bin da durchaus bei Dir, dass 15 Minuten Hilfsfrist in der Notfallrettung schon recht lang sind. Aber das muss auch finanzierbar bleiben
      Dem halte ich jetzt die 30 Minuten für den KTW entgegen. Das ist teuer, vor allem in ländlichen Bereichen (also 95% von Niedersachsen), denn da werden dann auch KTW vermutlich in vielen Bereichen eher stehen, weil einfach keine Menschen da sind, die dauerhaft nen KTW brauchen, aber ja Anrecht auf ne Wartezeit von maximal 30 Minuten haben. Da würde ich eher den KTP auf 2-4 Stunden hochschrauben und dafür in der Notfallrettung ne um 2-3 Minuten kürzere Hilfsfrist anstreben. Kann auch nicht viel teurer sein.


      RFSW wrote:

      Es kommt ja immer wieder vor, dass eine Anforderung nicht dem entspricht was man erwartet hat. Egal ob mit dem KTW oder mit dem RTW. Sollte Dir als alter Hase sicher nicht unbekannt sein, so wie ich Dich einschätze.
      Dass das mit dem "alt" immer so hervorgehoben werden muss. War neulichs der dienstälteste an der Wache, das hat schon geschmerzt. ;)
      Ja, zwischen Anforderung und Realität geht die Schere teils weit auseinander. Aber häufig passts auch. Daher kann ich das nicht als Argument gelten lassen. Denn ein "vielleicht ists ja doch..." müsste konsequenter Weise dazu führen, dass nur noch NAW-Einsätze disponiert werden, oder zumindest grundsätzlich "Fahr mal mit blau kucken, RTW". Das ist aber definitiv nicht finanzierbar, weshalb man halt bei ner KTW-Anforderung durch Ärzte auch als Dispo mal davon ausgehen muss, dass der KTW reicht und dass der Doc weiß, welch einen zeitlichen Rahmen das bedeutet. Dass da auch mal wer bei durchgeht, ist leider unumgänglich.
      Anders siehts aus, wenn Patienten oder Anrufer 2. Hand anrufen und sagen "Der Doktor hat gesagt, ich soll einen Krankenwagen bestellen" und der Dispo hört den Patienten nach Luft japsen.

      RFSW wrote:

      Die Frage die ich mir dabei aber stelle ist, ob ausgerechnet wir immer alles möglich machen müssen? Nehmen die "Dienstleister" Arztpraxen, Dialyse oder Krankenhäsuer denn immer auf unsere Bedürfnisse Rücksicht? Sie interessieren sich in der Regel nicht dafür.
      Ich finde, wir "Dienstleister" müssen schon versuchen, zusammen zu arbeiten und uns gegenseitig unterstützen. Ist ja auch im besten Sinne des Patienten. Zum Thema, die anderen interessierten wir ja auch nicht, muss ich sagen, dass ich noch nie von einer Praxis unverrichteter Dinge weggeschickt wurde, weil wir zu spät waren. Da wurde sich immer um eine Lösung bemüht. Klar, um den Patienten nicht zu verlieren, aber jetzt mal ehrlich: Welcher Arzt muss sich darum schon Sorgen machen? Bei Aufnahmestopps in den meisten Praxen kann der Patient ja eh zu keinem anderen Arzt wechseln.
      Selbst Fachärzte tun und machen.

      RFSW wrote:

      Mit einer Wartezone für fertige Patienten, die sicher auch nicht viel Kosten verursachen würde, könnte sie fertige Patienten noch Service bieten und trotzdem ihren Regelbetrieb aufrecht erhalten.
      Klar, dann kann der nächste schon mal dran, wenn der vorherige noch nicht weg ist, ja. Das Hauptproblem ist aber der verspätete Beginn, der halt bei einer Dialyse kaum wieder reingeholt werden kann. Genau wie es bei der KTW-Planung eigentlich keine Leerfahrten geben darf, darf es auch keine Freie-Liege-Zeiten geben in der Dialyse.
      Wenn es bei uns hakt, dann gibts halt Überstunden, oder die RTW rollen im KTP mit. Dann wird mal keine geraucht zwischen zwei Fahrten. Aber ne Dialyse dauert halt so lange wie sie dauert. Die kann man nicht mit schneller fahren und weniger Pause verkürzen. Und wenn ein atient nach dem anderen zu spät kommt, verschiebt sich halt ALLES. Das meine ich.
    • TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Ich bin da durchaus bei Dir, dass 15 Minuten Hilfsfrist in der Notfallrettung schon recht lang sind. Aber das muss auch finanzierbar bleiben
      Dem halte ich jetzt die 30 Minuten für den KTW entgegen. Das ist teuer, vor allem in ländlichen Bereichen (also 95% von Niedersachsen), denn da werden dann auch KTW vermutlich in vielen Bereichen eher stehen, weil einfach keine Menschen da sind, die dauerhaft nen KTW brauchen, aber ja Anrecht auf ne Wartezeit von maximal 30 Minuten haben. Da würde ich eher den KTP auf 2-4 Stunden hochschrauben und dafür in der Notfallrettung ne um 2-3 Minuten kürzere Hilfsfrist anstreben. Kann auch nicht viel teurer sein.
      Ich glaube, dass wir einem Konsens immer näher kommen. Ich habe ja in einem der vorherigen Beiträge schon geschrieben, dass ich mir vorstellen kann, dass es in Zukunft mehr als nur eine bzw. zwei Hilfsfristen geben könnte. Entsprechende Entwicklungen im Rettungsdienst und Leitstellenbereich hinterlassen bei mir ein entsprechendes zwicken im (schlimmen) Vorahnung-Knie. Und ich bin dieser Idee auch nicht abgeneigt hier mehr zu differenzieren. Notfallrettung akut = 10 min, Notfallrettung subakut / dringliche Einweisungen = 30 min, nicht dringliche Krankentransporte = 120 min; so oder so ähnlich.

      Für die momentane Lage ist es aber nun halt so, dass der Gesetzgeber eben vorgibt, wie er sich das vorstellt. Aber ich kann Dir sagen, ich habe einen sehr guten Überblick über diese Dinge (in einem gewissen Umfang), dass selbst in ländlichen Bereichen die KTW nicht rum stehen. Es ist genug Arbeit vorhanden! Die Auslastung ist also da. Das Geld ist somit nicht sinnlos ausgegeben, was die Auslastung betrifft. Sinnlos ist eher das, was alles als qualifizierter Krankentransport durchgeht. Da könnte man zum Sparen ansetzen.
    • TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Es kommt ja immer wieder vor, dass eine Anforderung nicht dem entspricht was man erwartet hat. Egal ob mit dem KTW oder mit dem RTW. Sollte Dir als alter Hase sicher nicht unbekannt sein, so wie ich Dich einschätze.
      Dass das mit dem "alt" immer so hervorgehoben werden muss. War neulichs der dienstälteste an der Wache, das hat schon geschmerzt. ;)
      Ich kenne das Gefühl. Bald bin ich auch schon ein Vierteljahrhundert dabei und habe immer öfters Azubis und junge Kollegen dabei, die erst geboren wurden als ich schon mit Blaulicht durch die Gegend gedüst bin. Ich werde auch alt... ;(

      TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Es kommt ja immer wieder vor, dass eine Anforderung nicht dem entspricht was man erwartet hat. Egal ob mit dem KTW oder mit dem RTW. Sollte Dir als alter Hase sicher nicht unbekannt sein, so wie ich Dich einschätze.
      Ja, zwischen Anforderung und Realität geht die Schere teils weit auseinander. Aber häufig passts auch. Daher kann ich das nicht als Argument gelten lassen. Denn ein "vielleicht ists ja doch..." müsste konsequenter Weise dazu führen, dass nur noch NAW-Einsätze disponiert werden, oder zumindest grundsätzlich "Fahr mal mit blau kucken, RTW". Das ist aber definitiv nicht finanzierbar, weshalb man halt bei ner KTW-Anforderung durch Ärzte auch als Dispo mal davon ausgehen muss, dass der KTW reicht und dass der Doc weiß, welch einen zeitlichen Rahmen das bedeutet. Dass da auch mal wer bei durchgeht, ist leider unumgänglich.Anders siehts aus, wenn Patienten oder Anrufer 2. Hand anrufen und sagen "Der Doktor hat gesagt, ich soll einen Krankenwagen bestellen" und der Dispo hört den Patienten nach Luft japsen.
      Och menno... X/

      Bitte glaube mir wenigstens, dass es ganz oft nicht so einfach ist die Lage am Telefon richtig einzuschätzen. Überraschungspakete kommen immer wieder mal vor. Was ich jedoch sagen kann, dass wir mit unserem Dispositionskonzept gut fahren, dieses sogar in den Ausschüssen aufgefallen ist und mit entsprechenden Zahlen belegt werden konnte (Steigerung im mittlerem zweistelligen %-Bereich was Einhaltung der KTW-Fristen, Pünktlichkeit und Auslastung betrifft; genaue Zahlen und Details möchte ich jedoch nicht posten, da das einen Rückschluss auf meine Dienststelle zulassen würde). Das zeigt eigentlich ganz gut, dass es geht, wenn man denn will und sich entsprechend organisiert.
    • @RFSW: Hat es eigentlich einen Grund, dass du deine Antworten immer auf so viele Posts aufteilst?

      Und BITTE: Immer nur das absolut Notwendigste zitieren. Das fördert die Übersicht enorm.
      Liebe User, Antworten auf nahezu alle Fragen zur Sim liefert euch unser Wiki. Dort ist detailliert erklärt, was ihr bei LstSim alles machen könnt und es gibt Lösungen für viele Probleme! Wir empfehlen allen Leitstellenerbauern ausdrücklich sich dort zu informieren!
      Auch interessant: FAQ
    • TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Die Frage die ich mir dabei aber stelle ist, ob ausgerechnet wir immer alles möglich machen müssen? Nehmen die "Dienstleister" Arztpraxen, Dialyse oder Krankenhäsuer denn immer auf unsere Bedürfnisse Rücksicht? Sie interessieren sich in der Regel nicht dafür.
      Ich finde, wir "Dienstleister" müssen schon versuchen, zusammen zu arbeiten und uns gegenseitig unterstützen. [...]
      Klar, das soll so sein. Muss aber auch seine Grenzen haben. Fehlende Organisation und Versäumnisse in anderen Bereichen aufzufangen kann nicht immer das Problem des Allzeit-und-Alles-Problemlösers Rettungsdienst / Feuerwehr / Leitstelle sein! Siehe ...

      TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Die Frage die ich mir dabei aber stelle ist, ob ausgerechnet wir immer alles möglich machen müssen? Nehmen die "Dienstleister" Arztpraxen, Dialyse oder Krankenhäsuer denn immer auf unsere Bedürfnisse Rücksicht? Sie interessieren sich in der Regel nicht dafür.
      Zum Thema, die anderen interessierten wir ja auch nicht, muss ich sagen, dass ich noch nie von einer Praxis unverrichteter Dinge weggeschickt wurde, weil wir zu spät waren. [...]
      ...auch hier: Hier wird man tatsächlich schon mal abgewiesen, wenn man nicht pünktlich ist. Auch unsere Fahrzeuge stehen sich an den Notaufnahmen die Reifen eckig, weil die Krankenhäuser zu schlecht organisiert sind. Und schwups kommen wir aus dem Konzept und andere Vorbestellungen zu spät, nur weil der KTW (oder auch der RTW) 45-60 Minuten in der Notaufnahme steht bevor er seinen Patienten übergeben oder umlagern kann. Tägliches Brot. Leider.

      TheOssi wrote:

      RFSW wrote:

      Mit einer Wartezone für fertige Patienten, die sicher auch nicht viel Kosten verursachen würde, könnte sie fertige Patienten noch Service bieten und trotzdem ihren Regelbetrieb aufrecht erhalten.
      Klar, dann kann der nächste schon mal dran, wenn der vorherige noch nicht weg ist, ja. Das Hauptproblem ist aber der verspätete Beginn, der halt bei einer Dialyse kaum wieder reingeholt werden kann. Genau wie es bei der KTW-Planung eigentlich keine Leerfahrten geben darf, darf es auch keine Freie-Liege-Zeiten geben in der Dialyse.Wenn es bei uns hakt, dann gibts halt Überstunden, oder die RTW rollen im KTP mit. Dann wird mal keine geraucht zwischen zwei Fahrten. Aber ne Dialyse dauert halt so lange wie sie dauert. Die kann man nicht mit schneller fahren und weniger Pause verkürzen. Und wenn ein atient nach dem anderen zu spät kommt, verschiebt sich halt ALLES. Das meine ich.
      Das habe ich verstanden. Ist jedoch trotzdem nicht zu ändern. Wenn die Dialyse 5 Patienten gleichzeitig haben will, aber nur 4 KTW zur Verfügung stehen, muss ein Patienten halt 60-90 Minuten später gefahren werden. Das passiert regelmäßig bei uns und wird mit den Dialysen abgesprochen, damit diese sich darauf einstellen können. Zusätzlich Fahrzeuge können wir auch nicht aus dem Hut zaubern, ständiges Verschieben von Dienstzeiten verschiebt die Problem ans andere Ende (Fehlbedarf wegen zu frühem Dienstende) oder kneift sich mit dem Arbeitsrecht (Dienstplan ist genehmigt). Daher MÜSSEN sich solche Einrichtungen auf solche Dinge einrichten. Sonst machen sie was falsch.

      Ähnliches trifft im Sekundärtransportgeschäft zu. Durch die Arbeitsorganisation der Krankenhäuser wünscht man sich bei planbaren Verlegungen häufig auch alles zur gleichen Zeit (die Lieblingsabholzeit der Krankenhäuser im KTW-Bereich ist 10:00 Uhr). Geht aber nicht, da die Ressourcen nicht endlos sind. Auch hier muss man sich eher nach uns richten, weil solche wertvollen Rettungsmittel (ITW, ITH, aber auch RTW) knapp bemessen sind. So kann es dann auch passieren, dass der Früh-Reha-Patient mit Tracheostoma, CPAP+ASB, seiner Arterie und zwei Spritzenpumpen erst in den Abendstunden in der Fachklinik eintrifft. Wir versuchen vieles möglich zu machen, aber diese Einrichtungen müssen sich auch auf uns einstellen, da wir nicht endlos Wünsch-Dir-Was erfüllen können, genau so wie die Einrichtungen selbst auch.
    • F. Köhler wrote:

      @RFSW: Hat es eigentlich einen Grund, dass du deine Antworten immer auf so viele Posts aufteilst?

      Und BITTE: Immer nur das absolut Notwendigste zitieren. Das fördert die Übersicht enorm.
      Ich hoffte eigentlich, dass es genau so übersichtlicher ist. Einige Inhalte reduziere ich ja schon. Aber das Thema ist schon sehr umfangreich geworden. Ich denke aber mal, dass das bald ausdiskutiert worden ist. Man kommt sich näher oder dreht sich in anderen Bereichen im Kreis. Bei der Sachlichkeit gibt es doch aber eigentlich nichts zu meckern, oder?
    • RFSW wrote:

      Bei der Sachlichkeit gibt es doch aber eigentlich nichts zu meckern, oder?
      Wenn da etwas zu meckern gäb, dann hätte ich das getan.
      Aber nein, bin ganz stolz auf euch. ;)

      Eventuell lassen sich zumindest die Zitate in den Zitaten vermeiden.
      Wer der Diskussion folgt, sollte die Bezüge auch so herstellen können.
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      Auch interessant: FAQ
    • RFSW wrote:

      Bitte glaube mir wenigstens, dass es ganz oft nicht so einfach ist die Lage am Telefon richtig einzuschätzen.
      Ich weiß.

      RFSW wrote:

      Überraschungspakete kommen immer wieder mal vor.
      Ich würde da sogar das "mal" streichen, aber dennoch: Wenn man als Dispo jede Einweisediagnose anzweifelt und immer auf Nummer sicher gehen will, dann brauchen wir keine KTW mehr, weil dann immer - sicherheitshalber - mindestens ein RTW rollen müsste.

      RFSW wrote:

      Auch unsere Fahrzeuge stehen sich an den Notaufnahmen die Reifen eckig, weil die Krankenhäuser zu schlecht organisiert sind. Und (...) der KTW (oder auch der RTW) 45-60 Minuten in der Notaufnahme steht bevor er seinen Patienten übergeben oder umlagern kann. Tägliches Brot. Leider.
      Gibts bei Euch keine Gesprächsrunden zwischen RD-Träger und KH-Leitungen? Die haben bei uns Wunder gewirkt. Und gerade im "eigenen" Krankenhaus, mit dem man tagtäglich mehrfach zusammen arbeitet, gibts eigentlich keine Probleme und wenn doch, sind sie meistens auf zwischenmenschlicher Ebene, bzw. auf Grund von Missverständnissen.
    • TheOssi wrote:

      Gibts bei Euch keine Gesprächsrunden zwischen RD-Träger und KH-Leitungen? Die haben bei uns Wunder gewirkt. Und gerade im "eigenen" Krankenhaus, mit dem man tagtäglich mehrfach zusammen arbeitet, gibts eigentlich keine Probleme und wenn doch, sind sie meistens auf zwischenmenschlicher Ebene, bzw. auf Grund von Missverständnissen.
      Doch, die gibt es schon. Nur Wunder gibt es halt nicht. Die beschriebenen Probleme liegen ja auch nicht nur an der Organisation oder an der "Bösartigkeit" des Krankenhauspersonals, sondern eher am Mangel an Platz und Personal für die Masse an Patienten. Viele Notaufnahmen sind einfach viel zu klein und haben zu wenig Personal für den täglichen Arbeitsanfall. Das ist halt wie mit der Infrastruktur-/Verkehrspolitik: Wenn jahrzehntelang nicht in die Infrastruktur investiert wird oder sich bei zunehmenden Pendlerverkehr keine Gedanken um zukünftige Konzepte macht, dann entsteht eben der tägliche Wahnsinn auf deutschen Straßen und im deutschen ÖPNV den wir täglich erleben. Und genau so ist es im Nadelöhr Notaufnahme.
    • :D

      Naja, auch irgendwo ein Organisationsproblem. Stimmt. Viele Notaufnahmen entsprechen nun mal nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Da kann aber der RD nicht unbedingt was dazu. Ich könnte mir vorstellen, dass die Notaufnahmen besser wären, wenn die Finanzierung besser wäre.
    • Viele der Kommentatoren haben noch nicht in einer Dialysepx gearbeitet scheint mir......oder auf einer großen ILS..... das entschuldigt den ein,- oder anderen unsinnigen Kommentar natürlich. Ein Dialysepatient hat in erster Linie ein Problem : Die Dialysezeit an sich. Man stelle sich vor, man geht 3-4 x die Woche (oder sogar Sa / So) für 4-6 Stunden zur Dialyse. Jede Stunde, die man mehr dort verbringen MUSS ist eine absolute Qual. In erster Linie für den Patienten aber in zweiter auch für das PX Personal und Tertiär natürlich die RD / ILS Dödels. Die Taktungen werden hauptsächlich durch die Maschinen vorgegeben, diese haben nämlich Reinigungsintervalle zu Durchlaufen. Jetzt kommt aber Pat A anstatt um 8:30 erst um 9:00 an (was ja für den gemeinen Rettungsdödel kein Grund zur Panik wäre - dem geneigten KTP Dispo in der ILS aber schon die Schweißperlen auf die Stirn treibt, weil er ja weiter denken MUSS als von 12 bis Mittag) .... nun rechnen wir mal ein wenig hoch : 30 Minuten zu spät bei S 8 / Nochmal ca 15 Minuten für Ausladen, Hochbringen und Wiegen (ja das macht in vielen PX das RD / KTP Personal) und Umlagern sind wir bei 45 Minuten. Pat vorbereiten, Nadel legen und Maschine fertig Kalibrieren - bis die ersten Runden Blut "gedreht" sind ca 1 Stunde vergangen. Schön, ne ? Jetzt aber der Knackpunkt : Dialyse ist ein Stossgeschäft, klingt übel, ist aber so - Geld macht nur die Masse, nicht der einzelne Patient. Somit MUSS man in DIG - Zeiten soviel wie möglich "Durchschleusen" - denn die Maschinen (nicht Betten !) sind 2-3 x Verplant pro Dienst. Nach Hinten wird es also immer länger und länger.... und macht natürlich auch dem KTP Dispo das Leben schwer. Dann fahren halt auch die RTW Dialysen, fertig ab ! Zudem ein RTW bis zum S4 der ILS auch noch locker für NF zur Verfügung steht - ich heiße das nicht gut aber ich finde es bemerkenswert wie immer wieder von RTW - Besatzungen das Gebetsmühlenartige "Wir sind aber ein RTW" über Funkt oder Telefon kommt. Echt ? Ein RTW ? Na.....nun aber, wär ich ja garnicht drauf gekommen :) - Wird im Übrigen bei uns im LK dauernd so gemacht. Der RTW / NKTW fährt auch Dialysen hin und her - Sie wünschen, wir Spielen. Ganz einfach und simpel.
      Und so passiert es das es Patienten gibt, die dann 7-8 Stunden in der PX "festkleben", weil es einfach morgens eine Verschiebung gegeben hat.
      Das die meisten KTP - Vorhaltungen jenseits von gut und Böse sind, sei mal dahingestellt. Leider liegt es aber zu einem nicht geringen Teil an den Besatzungen, da diese halt auch mal nach dem Drücken des S3 gerne noch 10 Minuten an der RW verbleiben oder auch gerne "Vergessen" den S4 / S7 zu geben.... Also sollte man sich nicht immer zu weit aus dem Fenster lehnen.

      Und abgesehen von alledem, sind Dialysen ein recht einfacher "Geldbeschaffer" für die Transportunternehmen. Mit Dialysen kann man einfach Rechnen. Es gibt sie immer und sie sind sogar größtenteils für die Firmen / Hiorg planbar - man weiß einfach das Herr Drösel-Knappenstecher am Mo-MiFr um 730 an der Dialyse sein muss.....

      Ein ebensolches "Problem" ist das viele Patienten nicht gewillt sind sich zu Beschwerden (schriftlich, RD Behörde oder Aufsichtsbehörden) - lieber wird dann halt ein Privatunternehmen angeheuert, der (im Gegensatz zu den meisten HiOrg) auf die Kohle angewisen ist, da dies seine Existenz bedingt. Dort wird dann auch gerne mal die ein oder andere Überstunde "eingefordert", während die FSJ´ler / HA Kombination aufm KTW 1 Stunde vor Dienstende schon keine Heimfahrt mehr durchführen will, da ja "bald Feierabend" ist.....

      Leute, es wird schlimmer und nicht besser, von daher ist´s mir mittlerweile auch Schnuppe - Dienst nach Vorschrift, die Kohle stimmt, fertig :)
    • FaRa wrote:

      Das Geld stimmt und man darf Fahrten ablehnen?
      Wo muss ich mich bewerben? :whistling:
      Das spätestens bei Alarmierungen 30 min vor KTW-Schichtende in der Leitstelle nachgefragt wird (und die zum großen Teil nachgibt) habe ich auch miterleben dürfen. Hatte teilweise zur Folge, dass keine Minute nach dem Anruf der Melder der RTW-Besatzung ging. Für den gleichen Einsatz.

      Ich halte nichts vom Meckern, von meinen 8 Stunden hatte ich damals in der Regel genug Freizeit, zumal die Überstunde ja auch bezahlt wird. Bezahlung erfolgt bei uns seit einiger Zeit in Anlehnung an den TVöD, Bewerbungen nehmen eigentlich alle Organisationen im RD-Bereich Halle jederzeit entgegen. ;)

      Bei uns in Sachsen-Anhalt wird sowieso viel über private Anbieter gefahren, dass haben die Krankenkassen vorangetrieben. Patienten ohne Pflegegrad kriegen den KTW eigentlich fast nur bei Einweisungen oder Verlegungen. O2 haben hier die Privaten auch zu bieten (Ist glaube ich nicht deutschlandweit der Fall, oder?)
    • Ich fange gleich an zu weinen, die armen Dialysen. Bei 300.000 Euro ärztlichem Reingewinn pro Praxis und Jahr sind das sicherlich arme Leute.

      Ein RTW sollte grundsätzlich keine Krankentransporte fahren, schon gar keine Dialysen. Ob das Bett nun x-mal verplant ist, ist dem reapflichtigen Patient nämlich egal.
      Wenn den Dialysen so viel an Pünktlichkeit liegt, dann sollten Sie mal anfangen auf dem T-Schein Taxi anzukreuzen, das ist für die meisten Patienten mehr als ausreichend.
      Dann würden die verbliebenen KTW auch bessere Pünktlichkeiten habe.

      The post was edited 1 time, last by ffhamburg192 ().

    • Unfassbar.

      In einer perfekten Welt fahren RTW nur Notfälle, für jeden Notfall ist immer der nächste RTW verfügbar und der Sani auf dem KTW hat keinen Grund, sich über Fahrten zu beschweren, die er für unbegründet hält.

      Nun ist die Welt aber nicht perfekt. RTW fahren mit Blau zur Atemnot, die sich als Schnupfen heraus stellt, der RTW, der der Rea am nächsten steht, liegt gerade mit beiden Mann auf der Hilope, die im Wagen randaliert und die Polizei ist noch auf Anfahrt. Die Sanis mit weniger als einem Jahr Berufserfahrung diskutieren mit dem Pflegepersonal über Sinn und Unsinn eines KTW-Transportes bei einer Einweisung durch Hausarzt.
      Es wird sich an den Wachen beschwert, wie unfähig der aufnehmende Arzt im Krankenhaus ist und wie herablassend er einen behandelt hat, der inkompetente Idiot.

      Ich frage mich, wann genau in der RD-Ausbildung Arroganz gelehrt wird. Wie kann der Pöbel es nur wagen, mich für SOWAS aus meinem Sessel aufstehen zu lassen?! Hey, ich hab nen vier Wochen Kurs und acht Wochen Praktikum gemacht, ich werde schon wissen, wann ein Patient krank genug für mich ist. Warum fahre ich heute eigentlich nen Krankentransport, ich sitze doch aufm RTW?! KTW ist eh unter meiner Würde, wann sieht der Chef das endlich ein. Dann auch noch ne Dialyse fahren. Die sollen sich Mal nicht so anstellen. Die haben doch alle nix! Dann hat der auch noch diesen Keim. Penner. Soll doch Taxi fahren. Und überhaupt. Warum immer ich!?

      Dialysepatienten sind kranke Menschen. Und besonders auf dem Rückweg geschwächt und mitunter auch beobachtungswürdig (Stichwort Elektrolytverschiebung).

      Wir fahren jeden Tag so viel Schwachsinn und hier wird sich über Fahrten von Leuten beschwert, die per Definition krank und damit das "gewünschte" Klientel für den Rettungsdienst, insbesondere den Krankentransport. Dafür sind wir da. Egal, ob ein Arzt sich von seiner Praxis nen Porsche leisten kann, oder nicht. Da kann der Patient nix für.

      Und wer hier echt glaubt, dass sich ein Arzt irgendwo hinstellen und sagen kann "Auf diesen Berg will ich meine Dialyse bauen!", der hat keine Ahnung von den Abläufen hierzulande. Bedarfsplanung gibt es nicht nur im Rettungsdienst. Lassen genehmigen Praxen. Die Kassen entscheiden sogar über die Anzahl von Ärzten innerhalb einer Praxis. "Sie sind doch nur der einzige Kinderarzt für ein Einzugsgebiet von 100.000 Einwohnern, wofür brauchen Sie einen zweiten Arzt in der Praxis?"

      Denkt Mal ein bisschen nach, wie das Gesundheitswesen organisiert ist und wo unsere Position darin ist. Das kann man akzeptieren, oder versuchen etwas zu ändern, indem man sich organisiert, aber nicht, indem man seinen Unmut damit zum Ausdruck bringt, dass es einem halt egal ist, dass mein Patient diese Woche halt noch weniger von seinem Leben hat, als eh schon. Am besten ihm auf der Fahrt noch vorheulen, wie unfair das doch alles ist.

      Und mit steigender Qualifikation wird das alles nicht besser.
    • TheOssi wrote:

      Unfassbar.

      In einer perfekten Welt fahren RTW nur Notfälle, für jeden Notfall ist immer der nächste RTW verfügbar und der Sani auf dem KTW hat keinen Grund, sich über Fahrten zu beschweren, die er für unbegründet hält.

      Nun ist die Welt aber nicht perfekt. RTW fahren mit Blau zur Atemnot, die sich als Schnupfen heraus stellt, der RTW, der der Rea am nächsten steht, liegt gerade mit beiden Mann auf der Hilope, die im Wagen randaliert und die Polizei ist noch auf Anfahrt. Die Sanis mit weniger als einem Jahr Berufserfahrung diskutieren mit dem Pflegepersonal über Sinn und Unsinn eines KTW-Transportes bei einer Einweisung durch Hausarzt.
      Es wird sich an den Wachen beschwert, wie unfähig der aufnehmende Arzt im Krankenhaus ist und wie herablassend er einen behandelt hat, der inkompetente Idiot.
      Das sind alles zutreffende Beobachtungen deinerseits, bei denen Recht und Unrecht auf beiden Seiten liegen.

      Trotzdem ist ein Rettungswagen ein Rettungsmittel für Notfalleinsätze, und nicht für Krankentransport, und schon gar nicht für unkritische und disponible Fahrten. Das ist keine perfekte Welt, sondern Realität in vielen Bereichen.

      Wie dieser Notfalleinsatz dann aussieht, das sei mal dahingestellt, aber wenn der Disponent es dementsprechend einordnet, dann ist das erstmal so. Hier gibt es sicherlich viel Optimierungspotential im Bereich Abfrageprotokolle, Leitstellenqualifikation und Verknüpfung mit anderen Diensten (ärztlicher Bereitschaftsdienst, sozialpsychiatrischer Dienst etc.), aber das sind natürlich weite Felder.
      Es wird quasi jede Monat irgendwo über die niedrige Hilfsfristquote diskutiert, ab und zu kommen die super schlechten Überlebensraten bei CPR ins Spiel, und dann werden bei uns in der Stadt morgens um 7 3/3 RTW mit Dialysen belegt. Und in anderen Landkreisen bekommen RTW feste "KTW-Zeiten", weil die Auslastung so gering ist. Das ist Irsinn.

      Sinnlose Diskussionen sind natürlich leider an der Tagesordnung, jeder mit und jeder gegen jeden, das bringt das hohe Frustlevel leider mit sich. Klar, du hast Recht, auch diese Diskussion ist sinnlos und höchstens ein Einzelmeinungsaustausch. Aber manchmal tut Luft rauslassen auch einfach gut :)



      TheOssi wrote:

      Ich frage mich, wann genau in der RD-Ausbildung Arroganz gelehrt wird. Wie kann der Pöbel es nur wagen, mich für SOWAS aus meinem Sessel aufstehen zu lassen?! Hey, ich hab nen vier Wochen Kurs und acht Wochen Praktikum gemacht, ich werde schon wissen, wann ein Patient krank genug für mich ist. Warum fahre ich heute eigentlich nen Krankentransport, ich sitze doch aufm RTW?! KTW ist eh unter meiner Würde, wann sieht der Chef das endlich ein. Dann auch noch ne Dialyse fahren. Die sollen sich Mal nicht so anstellen. Die haben doch alle nix! Dann hat der auch noch diesen Keim. Penner. Soll doch Taxi fahren. Und überhaupt. Warum immer ich!?
      Auch hier vermischt du wieder valide Punkte mit angebrachter Kritik. Natürlich sind viele im RD zu einem gewissen Grad bequem, und natürlich haben die meisten tief drinnen überhaupt keinen Bock auf KTW-Fahren, denn der Spaßfaktor im RTW ist natürlich höher.

      Aber bei einer Auslastung von über 95% fängt man eben automatisch an, sich selbst zu entlasten und sich Pausen zu suchen. KTW finde ich vor allem deshalb so blöd, weil man von Dienstbeginn bis in die Überstunden durchgejagt wird, und oft subjektiv ohne großen Sinn und Verstand.
      Und natürlich ist die formale Qualifikation RS ein Witz, ebenso RA und die Anforderungen für den EP-NotSan sowieso, aber trotzdem entwickelt man mit ein paar Jahren ein gutes Gefühl für die Patienten, wenn man sich nicht dumm anstellt. Und dass viele Fahrten einfach lächerlich sind, weißt du tief in dir drin doch auch.

      Ebenso die KTW-Transporte wegen "Infektion", die entsprechende Empfehlung des RKI steht da ja oben. Da spielt leider sehr, sehr viel Unwissenheit rein, sei es bei Fachpersonal, Ärzten oder Behörden

      TheOssi wrote:

      Wir fahren jeden Tag so viel Schwachsinn und hier wird sich über Fahrten von Leuten beschwert, die per Definition krank und damit das "gewünschte" Klientel für den Rettungsdienst, insbesondere den Krankentransport. Dafür sind wir da. Egal, ob ein Arzt sich von seiner Praxis nen Porsche leisten kann, oder nicht. Da kann der Patient nix für.
      Die Definition für einen KTW ist nicht "krank", sondern benötigt medizinisch-fachliche Betreuung oder ist auf die technischen Einrichtungen des Fahrzeuges angewiesen (was ja örtlich teilweise auch durch Liegendtaxi erfüllt ist). Ansonsten müssten ja quasi alle Altenheimbewohner oder alle KH-Einweisungen immer KTW fahren.
      Die Spannbreite reicht dabei natürlich von "dement und muss beaufsichtigt werden" bis "Apalliker und Heimbeatmung".

      Die Realität sind aber eher Transporte, wo Oma Paschulke, seit 23-Jahren dialysepflichtig, uns mit gepackter Tasche empfängt, die Treppe runtergeht und sich auf dem Tragestuhl niederlässt, pöblend, warum wir denn so spät sind. Nicht alle Dialysen sind so, aber doch viele.

      Und übrigens: Wenn ein Patient keine Elektrolytengleisungen hat, dann der Patient nach der Dialyse. Das wird nämlich engmaschig und auch abschließend per BGA kontrolliert.

      TheOssi wrote:

      Und wer hier echt glaubt, dass sich ein Arzt irgendwo hinstellen und sagen kann "Auf diesen Berg will ich meine Dialyse bauen!", der hat keine Ahnung von den Abläufen hierzulande. Bedarfsplanung gibt es nicht nur im Rettungsdienst. Lassen genehmigen Praxen. Die Kassen entscheiden sogar über die Anzahl von Ärzten innerhalb einer Praxis. "Sie sind doch nur der einzige Kinderarzt für ein Einzugsgebiet von 100.000 Einwohnern, wofür brauchen Sie einen zweiten Arzt in der Praxis?"
      Das hat doch nie jemand gesagt? Aussage war, dass die engen Taktungen in der Dialyse notwendig sein, weil man sonst endgültig zum Amt und Aufstocken müsste. Das ist Blödsinn, es ist ein hochrentables Geschäft (natürlich auch wegen der guten Organisation), aber es ist nicht das Problem des Rettungsdienstes, ob und wie der Laden läuft. Wer Pünktlichkeit haben will, der muss auf einen privaten Anbieter umsteigen, und eben auch schauen, ob wirklich ein KTW notwendig ist.

      Die Aussage "Dialysen haben die allerhöchste Priorität und zur Not muss eben ein RTW ran" finde ich unmöglich und unhaltbar. RTW haben im Krankentransport nichts zu suchen. Aber das ist natürlich alles eine Frage des Geldes.