Feuer und Flamme

    • Zumal: wo eine Auffahrt ist, ist zumeist wenige hundert Meter davor auch eine Abfahrt (natürlich nicht sicher gegeben, wenn dort eine Baustelle ist), über die der nachfolgende Verkehr auch abfließen könnte, was auch nachfolgenden Kräften die Anfahrt erleichtern würde. Von daher ist das sohar eigentlich der perfekte Ort für eine Vollsperrung gewesen.

      Und zum Thema in einer Baustelle geht keine Rettungsgasse: ein Blick in die StVO würde da helfen, denn auch für solche Situationen gibt's da Vorgaben (versetz fahren, zum Beispiel).
    • Ich sehe das Problem da drin, dass auf der linken Spur (wenn offen) nicht nur PKW fahren.
      Da diese Spur in der Baustelle aber nicht für LKW ausgelegt ist, wird es dann doch recht eng und gefährlich.
      Zudem, wie schon geschrieben, liegt das Material auf dem HLF evtl. auch auf der rechten Seite.
    • @Leitstellenleiter

      Um mal auf das Thema SR-Indikation einzugehen. Welche 2 klaren Indikationen siehst du denn? Die Intrusion ist nicht größer 50 - 75 cm, die Geschwindigkeit, die der Gruppenführer einschätzt halte ich für etwas zu hoch angesetzt (also kein Hochrasanztrauma), die einzige die ich mir herleiten könnte währe eine Geschwindigkeitsdifferenz von delta > 30 km/h, das ist aber eher Mutmaßung, Brustschmerzen nach einem Airbag sind jetzt nichts aussergewöhnliches, auch hier mutmaße ich jetzt, aber in der Doku wurde kein instabiler Thorax erwähnt.

      Ansonsten meine Kurzfassung zu den bereits erwähnten Dingen:
      - Rettungsgasse in der Baustelle: Doof, aber nicht wirklich gut zu bilden, auch mit dem versetzten Fahren wirds für ein LF / HLF schwierig. Zumal das versetzte Fahren zu Beginn des Baustellenbereichs nochmal per Beschilderung angedeutet werden sollte. Die Anfahrt durch die Baustelle war aufgrund der (soweit ich es mitbekommen habe) nicht 100%ig klaren Lokalität des VU nötig.

      - Vollsperrung: Auf dem Foto sieht mans eigentlich eindutig, ein PKW passt da durch, spätestens beim ersten 40to wirds eng, dann steht der in der Einsatzstelle neben den Gaffern noch der Sattelzug. Ich sehe zu Anfang keinen Hinweis an die ILS, dass die BAB gesperrt wird, oder eine Rückmeldung an die Pol, dass dies erfolgt und man über die Auffahrt zufahren soll (liegt eventuell am Schnitt). Dass die Zufahrt gesperrt wird macht Sinn, der Hauptarbeitsbereich ist auf der rechten Arbeitsseite.

      - Nachforderung NEF + RTW: Für wen der 2. RTW? Den Fahrer? Wenn ichs richtig mache und meine einen 2. RTW zu holen, dann wird der aufgrund des Unfalls immobilisiert und nicht so zu seiner Frau in den RTW gesetzt. Wenn die obige Geschwindkeitsdifferenz der SR-Indikator ist, bitte ein 2. NEF zur Einsatzstelle (muss ja in Gelsenkirchen wohl so sein). Auch wenn ich dafür gekreuzigt werde, wenn der mit will kann ich den auch im 1. RTW transportieren, wenn nichts anderes dagegen spricht.
      Das NEF brauche ich (meiner Meinung nach) für den Schockraum nicht, das bekommt ein (guter) Notfallsanitäter auch so hin, zumal es gut möglich ist, dass ich schneller mit dem RTW im SR bin, als das NEF an der Einsatzstelle. Schnellstmögliche, ärztliche Hilfe bedeutet nicht immer S5 drücken und nach einem NA rufen. Die Ärztin vor Ort meint, dass ich hier einen NA brauche? Wer sagt mir, dass die eine "passende" Ärztin ist? Vielleicht ist sie ja Zahn-, oder Tierärztin (beides schon erlebt)? Vielleicht ja auch Gastroenterologin im ersten Jahr, vielleicht auch Anästhesistin mit der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und LNA in Gelsenkirchen? Keiner weiss es, wird aus der Doku nicht klar. Auch wenn mir der Arzt weisungsbefugt ist, alles sollte ich nicht so hinnehmen. Das mit dem Nachfordern über den Kopf der RTW-Besatzung ist denke ich dem Schnitt geschuldet, oft siehst du in der Serie auch die RTW Besatzung, die feuerwehrtechnische Dinge übernimmt. Ich denke in Gelsenkirchen läuft das so, wirkt für mich auch befremdlich, ist aber sicher nicht falsch. Was mich etwas stört ist, dass immer nur nachgefordert wird, aber keine Kommunikation mit der ILS erfolgt, da könnte man noch etwas klarer formulieren, warum ich plötzlich 2 zusätzliche RM benötige (eventuell auch hier wieder ein Problem des Schnitts).

      Ps. Warum man die Gaffer nicht früher einfach bestimmt wegschickt wundert mich, zumal ja während der Anfahrt schon geschimpft wird, wie es nur ein Ruhrpottler kann :D
    • Ich kläre mal ein wenig auf.

      In Gelsenkirchen gilt die Anweisung: Schockraumanmeldung im BH2 nur mit Notarzt (klar, man kann dort auch ohne hinfahren und sich durch die Leitstelle anmleden lassen,l allerdings kommt dann direkt der Spruch der Ärzte wo denn der NA ist und es wird sich mehr oder weniger sofort beschwert). Bezüglich der Nachforderung durch den GruFü HLF: Das ist in vielen Ruhrgebietstädten so, dass viele im Einsatz denken, wenn der Rettungsdienst ebenso von der BF ist, dass der GruFü auch über diese verfügen kann. Wäre der RTW vor Ort von einer HiOrg gewesen, wäre das anders gelaufen, so meine Erfahrung hier. Auch ich bin der Meinung, dass ein Notarzt eigentlich nicht indiziert war. Auch ich hätte mir von der Ärztin erstmal ihre Qualifikation bestätigen lassen. Das ist meiner Meinung nach das große Problem, wenn die BF die Oberhand im Rettungsdienst hat.
      Bezüglich dieser Baustelle: Die BAB verläuft in diesem Teil realtiv weit oben. Ein anderer Zufahrtsweg wäre dort nicht möglich. Ich sehe hier leider einen kleinen Fehler bei der Leitstelle, denn die Kräfte sind von der FW 3 an der Auffahrt, wo dieser Unfall stattgefunden hat (GE-Heßler) vorbeigefahren, sind dann noch ca 5-6 Minuten zu anderen Auffahrt gefahren um dort dann durch den Stau wieder zurückzufahren. Der Leitstelle war bekannt, wo sich die Unfallstelle genau befindet.
      Der GruFü hat der Leitstelle mehrfach mitgeteilt, dass weiteren Kräfte über die Auffahrt Heßler auffahren sollen @FaRa
      Desweiteren gilt in Gelsenkirchen auch: 1 RTW = 1 Patient und das finde ich auch völlig legitim. Sicherlich häte für den zweiten Patienten auch ein KTW gereicht.
    • So noch mehr Senf. Erste Arbeitsdiagnose Schlüsselbein Fraktur und da dann nen Stifneck drauf setzen? Schockraum, aber Patientin selber aussteigen lassen?
      Das Problem dieser ganzen scheiss Schockraum Guidelines ist, das es keinen Spielraum mehr lässt.
      Eigentlich müssten wir wenn wir A wie Stifneck sagen auch B wie voll Immobilisation sagen. Ansonsten kann man sich den Stifneck auch schenken.
      Ich frage mich immer wieder warum es kein Zwischending gibt. Alla „Verkehrsunfall - kein Polytrauma - Sono und Röntgen auf Standby“
      Man wird in der Klinik richtig erwartet, aber es ist nicht die ganze Armada da, sondern nur ein Chiruge und ne Schwester und der Rest weiß Bescheid, ist aber nur auf Abruf.
    • Leitessen wrote:

      Da stimme ich dir zu. Zumal dieses "Zwischending" weitaus häufiger vorkommt, als der wirkliche polytraumatisierte Patient, der auch wirklich den Schockraum benötigt. Das Personal und der Raum werden dabei einfach unnötiger Weise geblockt.
      wir haben jetzt auch Schockraum A und Schockraum B

      Bei A ist es vollalarm und bei B Schockraum nach Unfallhergang (DGU). Bei B brauchen wir auch kein NA dazubestellen, B obliegt der Klinik was sie bereitstellen.

      Das mit dem Stiffneck seh ich genauso. Entweder oder... Wobei ich schon lange vom Nackenschmerz und stiffneck abgebkommen bin. So lang er keine Rotationseinschränkung hat oder Parästesien brauchts keine. Wenn der Unfallmechanismuss bzw. Verletzungsmuster eine Vollimmo benötigt dann ist das klar...

      Wenn du dich mit Chirurgen unterhälst die regelmäßig Halswirbel wieder einrenken, die lachen über unsere Immos! weil sie sagen so eine Kraft die es benötigen würde, gibts entweder bei der Gewalteinwirkung aber nie und nimmer durch den RD.

      Finde die Doku aber gut, weil es mal ohne Drama und das übliche RTL Hartz4 Gedönns is...

      Gruß
    • Weiß zufällig jemand, welche Folienfarbe das bei den RTW ist? Nach normalem Leuchtrot sieht mir das nicht aus, Feuerrot im Vergleich zu den LF aber auch nicht wirklich. Vielleicht schon Verkehrsrot, reflektierend? Habe so etwas noch nicht gesehen..
      Avatar: RK Arnstadt 14/82-1 (Blanko: Chr2)
      Leitstelle Ilmkreis/Thüringen ID 27662

      Nein, Thüringen ist kein Entwicklungsland! Als ob sich hier was entwickeln würde...
    • Was aber logikbasiert schwachsinnig ist...
      Für die Situationen im RTW gibt's den entsprechenden Paragraphen der StVO und im HLF kann ich mich mindestens mit einem Beckengurt auch beim Ausrüsten sichern damit ich nicht bei jeder Bremsung durch die Kabine fliege. (Und auf Anfahrt zur polytraumatisierten Ente im GW Tier erst recht...)
    • Also zumindest ich schnalle mich immer an und nur bewusst ab...

      Und im Übrigen ist es bei sicherheitsrelevanten Angelegenheiten immer schön mit solchen ad hominem-Argumenten bespült zu werden, statt das Argument zu sehen.
      Nach drei Einsätzen mit entsprechend nicht angegurteten Insassen reagiere ich auf solche Sachen berechtigt empfindlich.
    • Sich aber konsequent nicht an zu schnallen grenzt an Vorsatz.

      Bei uns ist die Benutzung des Gurtes Pflicht und gibt es ein Blitzerfoto ohne Gurt, gibt es die in der StVO dafür vorgesehene Strafe.

      Das wir da nicht alle perfekt sind, ist mir bewusst, da ich mir selber bewusst bin, dass ich definitiv nicht alles richtig mache, allerdings ist das doch sehr auffällig, dass das so konsequent missachtet wird, ist ja immerhin die eigene Sicherheit.
      Ich selber bin im RTW bei der Patientenversorgung sicherlich auch nicht angeschnallt, geht ja auch nicht immer, aber das hat ja auch dann seinen Grund, aber zur z.B. Türöffnung un angeschnallt zu fahren, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.

      Mich erschreckt nur, dass es bein quasi jeder Innenaufnahme zur Est, aber auch zurück so ist.

      Ich möchte den Kollegen aus Gelsenkirchen da auch nicht vorschreiben und die auch nicht schlecht reden, die machen ja schließlich den gleichen Job wie ich, aber mich verwundert sowas schon, weil sowas meiner Meinung nach überall in Deutschland Standard sein sollte.
      Dass jede Feuerwehr ihre eigene Taktik im Einsatz fährt und anders vorgehend ist ja völlig in Ordnung und auch gut so, aber sowas Sicherheitsrelevantes ist mir ein Rätsel.
      Vielleicht bin ich da auch empfindlicher, weil ein relativ nahe stehender Kollege aus diesem Grund mal seine Milz in einer Not-OP abgeben durfte, aber ich bin der Meinung das "Niemand ist perfekt und Niemand wird immer alles richtig machen" nicht alles und vor allem nicht bei anscheinend konsequenter Missachtung, entschuldigen kann...