Pressefotografen an der Einsatzstelle

    • Pressefotografen an der Einsatzstelle

      So ich nun mal, mich würde mal interessieren wie eure Erfahrungen und eure Meinungen zum im Titel erwähnten Pressefotografen oder Kamerateams ist.

      Grund des Themas, CityNewsTV hat bei Facebook (und auf ihrer/seiner Homepage) von einem Unfall berichtet und dabei ein Photo von einer Patienten im RTW liegend veröffentlicht. Meiner Meinung nach ist dies ein Schritt zu weit, Patienten egal wie schwer oder leicht verletzt, haben auf Pressebildern nichts verloren. Was denkt ihr?

      Wenn ich selber im Einsatz war, bin ich zwar schon auf Bildern gelandet, aber mir ist der Fotograf nie aufgefallen. Was immerhin dafür spricht, das sie Absperrung bzw den Arbeitsraum der Rettungskräfte achten. Habt ihr da schon andere Erfahrungen gemacht, sprich aufdringliche Fotografen die im Weg stehen, oder sich sogar aufs Trittbrett stellen um noch ein Foto zu machen.

      Und gibt es Regelungen von euren Organisationen? Leider hat die BF Hamburg eine Anweisung raus gegeben, dass die Pressearbeit nicht aktiv behindert werden darf. Sprich das spannen eines Tuchs oder Decke als Sichtschutz für den Patienten ist VERBOTEN.
    • Also ich persönlich muss sagen, dass es bei unserer Wehr - wenn wir mit der Presse zusammenarbeiten - keinerlei Probleme gibt. Wir haben eine Fotografin des Lokalblattes am Ort, die wir in der Regel selbst informieren. Fotos von Patienten und/oder Verunglückten/Toten sind ein No Go. In der Regel werden selbst Firmennamen von Fahrzeugen - wenn vorhanden - zusätzlich noch verpixelt. An die Einsatzstelle wird in der Regel erst nach Abschluss der Rettungsmaßnahmen gegangen.

      Ähnlich verhält es sich mit dem Einsatz-Kamera-Reporter in unserer Gegend (mir persönlich bekannt und ebenfalls in einer HiOrg tätig). Aktuell hatten wir einen Fall, wo ein Pkw nach einem Schleudervorgang auf der BAB in Brand geriet und der Insasse im Fahrzeug verbrannte. Der Tote lag bei Eintreffen des Kameramanns noch neben dem Fahrzeug, weil auf den Gutachter gewartet wurde. Er selbst kam auf die FW zu und bat, den Leichnam abzudecken, damit er mit seiner Arbeit beginnen könne (alle Einsatzmaßnahmen waren zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen). Und selbst dann wurden alle Aufnahmen so gewählt, dass der Tote außen vor geblieben ist.

      In München z.B. veröffentlicht die BF ihre eigenen Aufnahmen und Presseberichte, die in 95 % der Fälle auch von den Lokalmedien übernommen werden.

      Sicher haben wir auch schwarze Schafe unter den Presseleuten hier - aber die kriegen das sehr schnell zu spüren und werden entsprechend nicht mehr an die Einsatzstelle gelassen.
    • Lumidor wrote:

      Und gibt es Regelungen von euren Organisationen? Leider hat die BF Hamburg eine Anweisung raus gegeben, dass die Pressearbeit nicht aktiv behindert werden darf. Sprich das spannen eines Tuchs oder Decke als Sichtschutz für den Patienten ist VERBOTEN.
      Wieso sollte ein Sichtschutz vor dem Patienten die Pressearbeit "aktiv behindern"? Die Presse kann deshalb doch trotzdem ungehindert Bericht erstatten und Fotos oder Filmaufnahmen von der Einsatzstelle machen, nur eben ohne in die pietätlose Verlegenheit zu geraten, doch einen Patienten abzubilden.


      Edit: Zu dem angesprochenen Foto von der Patientin im Rettungswagen: Finde ich absolut dreist und geschmacklos. Nicht nur das Foto an sich sondern auch den Umgang mit den Vorwürfen in den Kommentaren zum Bild. Auch dass man teilweise die Autokennzeichen der Unfallfahrzeuge erkennen kann, find ich nicht gut...
      ILS Region INGOLSTADT - ID 1426
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    • Also ich habe bisher ein mal negative Erfahrungen mit der Presse gemacht, als wir einen Patienten mit schlechtem AZ behandelt haben (war ein Stadtbekannter Alkoholiker, womit da sicherlich ein C2-Intox mit reingespielt hat). Jedenfalls hat sich ein Pressevertreter des Lokalblatts während der Behandlung direkt neben mich gekniet und Nahaufnahmen vom desorientierten Patienten gemacht. Da war ich schon baff, da ich so etwas noch nie erlebt habe. Als ich ihn darum gebeten habe, das fotografieren sein zu lassen und auf die Persönlichkeitsrechte des Patienten sowie das Verbot der Fotografie von Personen in Notlagen hingewiesen habe, meinte er nur, dass er das dürfe, da er Journalist sei. ?( Glücklicherweise hat sich noch eine Passantin echauffiert und den Journalisten in ein Gespräch verwickelt, woraufhin er später verschwand und ich mich wieder auf den Patienten konzentrieren konnte. Von einer Veröffentlichung der Fotos habe ich nichts mitbekommen und ich habe danach sehr genau darauf geachtet.
      Dies ist aber wie gesagt ein Einzelfall und ansonsten kann ich nichts negatives berichten.
      ILS Lippe - ID: 358
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      Avatar von christophorus15fan. Vielen Dank!
    • @SJonny weil die Presse ja nicht ALLES fotografieren kann und man wählt lieber den Weg des gar nichts tun, als sich mit der Presse anzulegen. Leider hat die Feuerwehr Hamburg kein gutes Händchen mit der Presse und Öffentlichkeitsarbeit. Siehe Maulkorb für die Öffentlichkeitsarbeit der freiwilligen Feuerwehr Hamburg.
    • In Berlin nimmt das in den letzten Jahren echt unschöne Züge an. Es gibt mehrere Jugendliche, die sich Melder und die entsprechenden RICs besorgt haben und bei größeren Schadenslagen rausfahren und Fotos machen. Sie haben sich dafür sogar Westen mit der Aufschrift "Presse" gekauft und halten sich weder an den Pressekodex noch an sonst irgendwas. Anschließend kommt das dann alles auf ihre Facebookseiten und wird fleißig mit jede Menge (gern auch mal zu viel) Details veröffentlicht. Das das weder der Feuerwehr, noch den "echten" Pressefotografen gefällt, liegt da auf der Hand...

      Ansonsten war ich bei einem SanDienst in der Berliner Innenstadt mal zufällig ersteintreffend bei einem VU mit Polizeibeteiligung. Die ersten Fotografen waren vor dem NEF da und im Endeffekt standen da um 1 Uhr nachts bestimmt 6-7 Fotografen um uns herum. Im Endeffekt war dann am nächsten Tag in einer großen Berliner Zeitung unter anderem ein Bild von dem Patienten auf der Trage. Da macht arbeiten auch kein Spaß mehr...

    • Da stellt sich ja die Frage, wie die an die RICs rangekommen sind? Kann man dann die RICs nicht einfach wechseln und nur den wirklich notwendigen Personenkreis darüber in Kenntnis setzen. Das Umprogrammieren ist zwar etwas Arbeit, aber das sollte das Problem zumindest deutlich verringern und wenn die dann immer noch sehr zeitnah am EO eintreffen, hat man den Kreis der Verdächtigen doch deutlich eingegrenzt.
      ILS Lippe - ID: 358
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      Avatar von christophorus15fan. Vielen Dank!
    • Ist es richtig, dass bei Tetra-Meldern nur die für das jeweilige Rettungsmittel hinterlegten Funkmelder direkt angeklingelt werden und es keine "Sammelrufe" (wie RICs oder Fünftonfolgen) mehr geben sollte? Das würde diesem Problem ja am allerbesten entgegen wirken.
      Wobei mich diese Art von "Blaulichtgeilheit" tatsächlich überrascht und fast schon schockiert... ich mein, bekommt man mal einen spektakulären Einsatz mit, kann man sich das Geschehen ruhig mal anschauen und von mir aus auch ein paar Bilder machen. Aber dann mit dem nötigen Abstand und ohne die Einsatzkräfte zu behindern. Aber sich Funkmelder zu beschaffen um zu jedem VU mit hin zu fahren und dann vor Ort auch noch so dreist vorzugehen, das geht ja mal gar nicht...
      ILS Region INGOLSTADT - ID 1426
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    • @Malte mit der heutigen Technik würde auch ein Ändern der RICs nichts bringen, solange die Nachrichten unverschlüsselt gesendet werden. Da kann man wie beim Analogfunk einfach "mithören". Da würden nur verschlüsselte DMEs bzw. TETRA Alarmierung helfen.

      @SJonny Ja jeder Melder hat eine eigene SSI die entweder einzeln oder als Gruppe alarmiert werden kann. Hat gerade bei der FF den Charme, dass man generelle Abwesenheiten bzw. Zusagen zu einem Einsatz an die Lst schicken kann.

      Noch ein paar Infos zur TETRA Alarmierung.

    • SJonny wrote:

      Ist es richtig, dass bei Tetra-Meldern nur die für das jeweilige Rettungsmittel hinterlegten Funkmelder direkt angeklingelt werden und es keine "Sammelrufe" (wie RICs oder Fünftonfolgen) mehr geben sollte?
      Ohne jetzt die richtige Antwort zu kennen: Aber wie soll der Melder denn wissen, wann er auslösen muss? RIC und Fünftonfolgen sind ja quasi Stichworte für den Melder zum Auslösen. Darauf ist er programmiert.
      Und egal was du verwendest, du musst doch den Melder auf einen "Auslöser" programmieren. Und denn man mit den richtigen Infos abziehen und auf jeden Melder programmieren.

      Aber das wäre jetzt Off-Topic. Da müsste man ggf. einen extra Thread aufmachen.


      Was das Thema angeht: Bis jetzt habe ich mit Pressemenschen keine schlechten Erfahrungen gesammelt. Wir haben aber im Kreis durchaus problematische Einsatzfilmer, die auch schon oft mit der Führung des Einsatzes aneinander geraten sind.
      Ansonsten ist die Presse hier sehr diskret.
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      Auch interessant: FAQ
    • Hach wie gut, dass es in unserem Kaff keine Presse gibt.

      Die einzigen Fotos die gemacht werden, macht der Feuerwehr-Sachbearbeiter für Öffentlichkeitsarbeit und Einsatzdokumentation wenn er dabei ist und nicht für den Einsatz gebraucht wird, oder der RTW-Fahrer - ebenfalls wenn er nicht gebraucht wird.
      Ansonsten ist es wirklich gut, dass die "richtigen" Pressefotografen alle ne dreiviertel Stunde zu uns brauchen :D
    • F. Köhler wrote:

      SJonny wrote:

      Ist es richtig, dass bei Tetra-Meldern nur die für das jeweilige Rettungsmittel hinterlegten Funkmelder direkt angeklingelt werden und es keine "Sammelrufe" (wie RICs oder Fünftonfolgen) mehr geben sollte?
      Ohne jetzt die richtige Antwort zu kennen: Aber wie soll der Melder denn wissen, wann er auslösen muss? RIC und Fünftonfolgen sind ja quasi Stichworte für den Melder zum Auslösen. Darauf ist er programmiert.Und egal was du verwendest, du musst doch den Melder auf einen "Auslöser" programmieren. Und denn man mit den richtigen Infos abziehen und auf jeden Melder programmieren.
      Naja, woher weiß denn dein Handy dass es klingeln muss? :whistling: Muss man sich wohl eher wie eine SMS vorstellen, die an Melder A, B und C geschickt wird, während die nächste Alarmierung vielleicht nur an Melder E und F geschickt wird.

      Also bisher war das wohl eher ein "Hey, hört mal alle her! A, B und C lösen jetzt aus, der Rest von euch nicht!", mit Tetra wäre es wenn ichs richtig verstanden hab ein "Hey A, lös mal aus!", "Hey B, lös mal aus!" und "Hey C, lös mal aus!".

      Sorry für Offtopic, here's a potato for you :lemon: .


      Gruß
      Jonny
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    • Gut erklärt, @SJonny, der Unterschied zwischen Digifunk und Digialarm ;)

      christophorus15fan wrote:

      Ansonsten ist es wirklich gut, dass die "richtigen" Pressefotografen alle ne dreiviertel Stunde zu uns brauchen
      Ja und sowas öffnet Vertuschungs-und Verschwörungsthoretikern dann Tür und Tor. War da was? Nö, bei uns doch nicht.. Dabei können alle Leichenteile schon eingesammelt und die Trümmer zusammengekehrt sein ^^
      Schnelle, saubere Pressearbeit, hochauflösende Bilder von der Gesamtlage, ohne unnötige Detailaufnahmen, halte ich schon für ein wichtiges Instrument der Presse-und Informationsfreiheit.
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      Wer Autos nach Hubraum besteuert, kann auch seine Angestellten nach Bauchumfang bezahlen...
    • Es soll auch Kameraden geben, die Bilder selbst "vermarkten", wenn sie im Einsatz waren und welche gemacht haben. Hab gestern von 'nem Fall erfahren, wo eine Beschwerde wegen Vorteilsnahme läuft in unserem Bereich... So kann man sich es natürlich auch mit den Medien verscherzen. Ob da jetzt schon was strafrechtlich im Sinne von 331 StGB läuft, weiß ich allerdings nicht.

      Lumidor wrote:

      Vertuschungs- und Verschwörungstheorien, alter marcee was hast du geraucht?
      Och, ich kann mir schon vorstellen, dass da im ein oder anderen Bereich sicher die wildesten Dinger laufen...
    • Lumidor wrote:

      alter marcee was hast du geraucht?
      Wie immer zu viel, Zigaretten :D

      Ach, Ich gehöre halt nicht zu den Leuten, die alles glauben was die ferngesteuerten Leitmedien verbreiten. Da sind mir Augenzeugen, optimalerweise gut bebildert, einfach lieber. Informationsfreiheit ;)
      Das rechtfertigt allerdings nicht die oben beschriebenen Sensationsmethoden der Facebook-Generation, sowas braucht kein Mensch..
      Avatar by MartinHorn, Chr2, Westfale & Grisu118


      Wer Autos nach Hubraum besteuert, kann auch seine Angestellten nach Bauchumfang bezahlen...
    • marcee wrote:

      Da sind mir Augenzeugen, optimalerweise gut bebildert, einfach lieber. Informationsfreiheit
      Augenzeugen sind oft die Feinde der Wahrheit.
      Liebe User, Antworten auf nahezu alle Fragen zur Sim liefert euch unser Wiki. Dort ist detailliert erklärt, was ihr bei LstSim alles machen könnt und es gibt Lösungen für viele Probleme! Wir empfehlen allen Leitstellenerbauern ausdrücklich sich dort zu informieren!
      Auch interessant: FAQ
    • Ich verstehe persönlich auch nicht, warum bei jeder Einsatzstelle ständig Fotos gemacht werden müssen.
      Das ist nur Wasser auf den Mühlen der Leute die immer und überall alles begaffen müssen.

      Erst vorgestern fahr ich an einer Unfallstelle auf der Autobahn vorbei, die wegen gaffens passiert ist. Hinter mir der Fahrer bleibt im rollenden Verkehr stehen und kramt sein Handy raus um Fotos zu machen...
      Da habe ich so gar kein Verständnis für.

      Und wenn die Leitstelle einen Presseruf auslöst, dann darf diejenige auch gern auf den Einsatzleiter hören und sich am Riemen reissen...
      Mut ist nicht ein Leben zu leben, sondern eins zu bewahren!

      - Avatar: RTW der Stadt Köln - Fzg Grafik von Leitessen
    • F. Köhler wrote:

      Augenzeugen sind oft die Feinde der Wahrheit.
      Stimmt.
      Wenn man sie nicht sofort isoliert und getrennt befragt, brennt sich gerne mal ein verfälschtes Bild in das kollektive Gedächtnis. Thema für sich..
      Gute Bilder lügen hingegen nicht, wenn man sie realistisch interpretiert.
      Sowas aber

      Sweetchuck wrote:

      kramt sein Handy raus um Fotos zu machen
      werde ich auch nie verstehen. Was will man mit einem diletantischen wischiwaschi-Handyfoto? Um festzustellen, daß es eh scheiße aussieht und wieder zu löschen braucht man nun wirklich weder Verkehr noch Einsatzkräfte behindern..
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