Mein Traum von einem Rettungswagen...

    • TheOssi wrote:

      Da biste im Wagen ja die ganze Zeit nur auf allen Vieren unterwegs, wenn am Patienten was zu tun ist. Hatten neulichs nen Fall von Zug küsst Fußgänger, lag noch im Gleisbett. Den ham wir uns mit der Schaufel aufgeladen, um ihn aus dem Gefahrenbereich zu retten (weil Zugführer hatte nix mitgekriegt und Polizei hatte das Strecke sperren lassen "vergessen", und sind damit dann direkt auf die M1 und in den Wagen. Konnte man super arbeiten. Wenn wir zu dem Zeitpunkt jedoch die Power Load gehabt hätten... man man man, da will ich gar nicht dran denken. Dann hätten wir auf Knienen durch die Suppe rutschen können, weil das Ding so verdammt niedrig im Wagen ist, dass Du anders nicht arbeiten kannst. So schön, wie das Hoch und Runter auf Knopfdruck auch ist, so lange man die Powerload nicht im Wagen auf ne vernünftige Höhe machen kann, soll mit das Ding bloß ausm Retter raus bleiben!
      Ohne das System genauer zu kennen: Gibt es wirklich keine Möglichkeit, die Höhe der Trage auch im Fahrzeug zu verändern? Wie sieht es aus mit Schocklage oder Federung, was ja bisher in der Regel über den Tragentisch möglich war?


      Gruß
      Jonny
      ILS Region INGOLSTADT - ID 1426
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    • Medumat Transport? Was habt ihr mit dem Ding? Aus meiner Erfahrung aus Notfallrettung/MICU/ICU: Schwierig! Haben so oft Probleme mit dem Bi-Check-Sensor. Da ist der Oxylog doch im Vorteil. Wobei der Medumat doch eine bessere Display-Übersicht bietet. Was sind denn eure Anforderung an eine Beatmungs-"Pumpe" in euren Wunsch-RTW?

      Hab jetzt einmal bei 'nem ITH den Hamilton-T 1 im Einsatz gesehen, das ist ja mal 'ne leichte Kiste.
    • SJonny wrote:

      TheOssi wrote:

      Da biste im Wagen ja die ganze Zeit nur auf allen Vieren unterwegs, wenn am Patienten was zu tun ist. Hatten neulichs nen Fall von Zug küsst Fußgänger, lag noch im Gleisbett. Den ham wir uns mit der Schaufel aufgeladen, um ihn aus dem Gefahrenbereich zu retten (weil Zugführer hatte nix mitgekriegt und Polizei hatte das Strecke sperren lassen "vergessen", und sind damit dann direkt auf die M1 und in den Wagen. Konnte man super arbeiten. Wenn wir zu dem Zeitpunkt jedoch die Power Load gehabt hätten... man man man, da will ich gar nicht dran denken. Dann hätten wir auf Knienen durch die Suppe rutschen können, weil das Ding so verdammt niedrig im Wagen ist, dass Du anders nicht arbeiten kannst. So schön, wie das Hoch und Runter auf Knopfdruck auch ist, so lange man die Powerload nicht im Wagen auf ne vernünftige Höhe machen kann, soll mit das Ding bloß ausm Retter raus bleiben!
      Ohne das System genauer zu kennen: Gibt es wirklich keine Möglichkeit, die Höhe der Trage auch im Fahrzeug zu verändern? Wie sieht es aus mit Schocklage oder Federung, was ja bisher in der Regel über den Tragentisch möglich war?


      Gruß
      Jonny


      Das kann ich kurz und bündig beantworten: Nein. Ist die Trage im Wagen, hast Du den Patienten auf Kniehöhe. Man merkt halt, dass das Teil für den amerikanischen Markt entwickelt wurde und sich an der Stryker X Trage orientiert wurde. Merkt man auch an der X-Stellung der beiden "Beine" und der Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse. Diese und das hohe Eigengewicht der Trage machen auch schon kleinste Stufen, die man mit der M1 sogar mit ein bisschen Heben und Drücken allein bewältigen konnte, zu fast unüberwindbaren Hindernissen. Gut möglich, dass es in Zukunft ein System geben wird, dass sich an der in unseren Gefilden üblichen M1 orientiert, bis dahin ist die elektrohydraulische Stryker-System in meinen Augen für die Notfallrettung ungeeignet, mindestens unpraktisch und gewiss ungewohnt. Hab mit dem Ding auf Transport ne Beutel/Masken-Beatmung gemacht (bzw. versucht) und konnte mich nur mit den Beinen versuchen, an der Trage selbst festzuklammern, um nicht durch den Wagen zu fliegen.
      Schocklage im Sinne einer Kopftief-Lage, wie man es von Fahrzeugen mit Tragetisch kennt, ist nicht möglich. Natürlich kann man - wie gewohnt - das Fußende hochstellen, ist aber in meinen Augen nur eine schlechte Alternative zur Kopftieflagerung.
      Die einzige Federung gibt es - mangels Tragetisch - auch nur über die Fahrzeugfederung. In unserem Fall wars ne extrem weiche Luftfederung der Hinterachse, wodurch dem Patienten sicherlich der geringste Nachteil gegenüber einem Tragetisch entsteht. Wie sich eine weiche Federung auf die Fahreigenschaften auswirkt, liegt sicherlich auch am persönlichen Fahrstil.
      Kleine Demontration gibts hier. Ich weiß nicht, ob mans richtig sieht, aber die Trage liegt im Fahrzeug direkt auf dem Boden auf.

      Es gibt ein ähnliches System namens "Catalogo Karsana", welches man zumindest bei stehendem Fahrzeug hochfahren kann. Die RHiSH testet das meines Wissens nach. Ohne das getestet zu haben, scheint mit diese Version deutlich alltagstauglicher.
    • Nachtrag zu dem Beitrag von TheOssi:

      Die "Striker X" wird auch in der neuesten Generation der S-RTW in Bayern eingesetzt. Ich hänge mal ein paar Bilder aus dem Innenraum an, damit man sieht, wie es im verlasteten Zustand aussieht.

      Videos zum System "Kartsana", welches die RKiSH testet gibt es hier und hier.

      BTW: Seit 2013 wird das Tragensystem auch in den KTW der RKiSH verwendet. Siehe hier

      Bilder des "S-RTW 2013":











      Copyright der Bilder liegen beim BRK; sie sind auch auf rettungsdienst.brk.de zu finden.

      The post was edited 2 times, last by Manu Schwarzenberger ().

    • DaHarp wrote:

      Medumat Transport? Was habt ihr mit dem Ding? Aus meiner Erfahrung aus Notfallrettung/MICU/ICU: Schwierig! Haben so oft Probleme mit dem Bi-Check-Sensor. Da ist der Oxylog doch im Vorteil. Wobei der Medumat doch eine bessere Display-Übersicht bietet. Was sind denn eure Anforderung an eine Beatmungs-"Pumpe" in euren Wunsch-RTW?

      Hab jetzt einmal bei 'nem ITH den Hamilton-T 1 im Einsatz gesehen, das ist ja mal 'ne leichte Kiste.


      Ich komme persönlich mit dem Oxylog gar nich klar.
      Der Medumat hat für meinen Geschmack die bessere Übersichtlichkeit.
      Meine Anforderung für eine erweiterte Pumpe wäre die Verfügbarkeit der NIB.
      Der Hamilton war mir bis dato nicht bekannt, aber Aufgrund seines Eigengewichts definitiv eine Alternativlösung zum Transport!
      Mut ist nicht ein Leben zu leben, sondern eins zu bewahren!

      - Avatar: RTW der Stadt Köln - Fzg Grafik von Leitessen
    • Danke.
      Ihr habt mir gerade die Ilusion genommen, das Stryker super ist ;( :D
      Habe die Kollegen in den NA immer beneidet wen sie mit dem Powerload System gespielt haben ( Habe immer gedacht das System ist wie Stollenwerk höhenverstellbar) nun denk ich, arme ''Schweine'' Da musste ja zum Intubieren auf die Knie gehen, bzw der Doc.. :wacko:

      Manu Schwarzenberger wrote:

      Videos zum System "Kartsana", welches die RKiSH testet gibt es hier und hier.
      Aber höhenverstellbar scheinen die auch nicht zu sein oder habe ich was Übersehen?
      Profilbild -

      Lentner HLF 20
      2-HLF20-1
      BF Hagen

      Von Westfale und Chr2 !!!

      Lst Hagen
    • Ich war selbst überrascht, dass TheOssi sagte, dass das Kartsana-System im verlasteten Zustand höhenverstellbar oder sogar separat gefedert ist... Ich habe nämlich auch den Eindruck, dass das System sehr dem Powerload von Stryker ähnelt...

      Ich habe zwar mit Kartsana keinerlei Erfahrung, da wir in Bayern ja auch die Stryker Powerload in den S-RTW haben, aber wenn ich mir die Videos so anschaue sind beide so gut wie identisch.
    • Von separat gefedert hab ich nix gesagt. Und das mit dem Höhenverstellbar bei stehendem (!!!) Fahrzeug hab ich von Kollegen, die sich das auf der RettMobil haben vorführen lassen.
      Auf den RHiSH Videos ist nur zu erkennen, dass die Katsana auf einem deutlich anderen System arretiert, als die Stryker. Bei Stryker ist es ein Schlitten direkt am Boden, bei Kartsana siehts aus wie ein Tragetisch mit nem Spalt in der Mitte.

      Gibts hier denn niemanden aus dem hohen Norden, der das Teil mal in echt gesehen oder - besser noch - mit gearbeitet hat?